Retro ist voll im Trend

Retro ist in sehr schillernder Begriff: Retro – das sind die gebrauchten Fahrräder, die man für günstiges Geld auf dem Flohmarkt am Wochenende kaufen kann. Der Trend zum Retro zeigt sich aber auch in den teuren Oldtimer-Fahrzeugen, bei denen man für das Retro-Modell mehr zahlen muss, als für ein modernes Wohnmobil mit Vollversorgung.

Retro ist auch relevant bei Marketing und im Design, wo man mit Old-Fashion sich vom konturlosen Einheitsbrei abheben will. Wie sehr der Trend bei Retro von unterschiedlichen Aspekten gekennzeichnet ist, erfährt man bei Karsten Fernkorn, der auch nicht verschweigt, dass Retro aus dem Lateinischen kommt und mit „Rückwärts“ übersetzt werden kann. Interessant ist der Hinweis, dass es den Retro-Trend auf vier unterschiedliche Ebenen gibt:   Echte Retro-Produkte sind tatsächlich so alt wie sie scheinen und kosten dann viel Geld, wenn sie technisch noch optimal funktionieren bzw. eine gegenwärtige Nutzung erlauben. So ist für ein VW-Käfer-Cabrio aus den 1950er Jahren viel Geld zu zahlen, wenn es noch über eine Zulassung verfügt und tatsächlich im Straßenverkehr verwendet werden kann. Aber es gibt auch unechte Retro-Objekte und neu designte Retro-Objekte, deren Trend-Erfolg mit modischen Elementen zusammenhängt, die schwer bestimmbar sind. So blieb VW der große Erfolg mit dem Käfer-Nachfolgemodell Beetle versagt, während BMW mit dem neu gestalteten Mini den Retro-Trend optimal ausschöpfen konnte.

Welche Gründe sprechen aus Verbrauchersicht für oder gegen Retro?

Falls Retro mit dem Verzicht auf moderner Technik gekoppelt ist (was bei Retro-Produkten unvermeidlich ist, die im Originalzustand vorhanden sind), dann könnte ein hoher Preis mit Nachteilen bei der Nutzung verbunden sein. So kann man sich bei einem Retro-Auto (Oldtimer) wohl kaum Airbags und Navigationskameras vorstellen.

Der Vorteil von echten Retro-Produkten könnte aber in der hohen Werthaltigkeit liegen. Retro-Produkte, die technisch gut funktionieren und ihre Aufgabe optimal erfüllen, haben keinen Wertverlust, so lange der gegenwärtige Retro-Trend anhält. Und sie schonen die Umwelt, denn bei der Weiterverwendung von Retro-Produkten kann auf Abfallbeseitigung und Neuproduktion verzichtet werden.

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