Speed-Coaching: der neue Trend beim Coaching?

Coaching ist ein Schlagwort, das in den letzten Jahren stark an Popularität gewonnen hat, weshalb wir hier bei dir-Info auch einiges zum Thema Coaching geschrieben haben. Während es früher nur darum ging, Spitzenkräfte im Sport mittels Coaching nach vorne zu bringen, machen inzwischen viele normale Arbeitnehmer und Selbständige von der Möglichkeit des Coachings Gebrauch, um ihre beruflichen oder privaten Kompetenzen zu erweitern. Oft werden nur relativ einfach formulierte Fragen im Coaching-Prozess aufgeworfen, die aber eine umfassende Analyse und Strategie erfordern würden. Vielen Coaching-Interessierten ist aber auch an einer Vielzahl von Antworten und Perspektiven gelegen, die aber durch einen einzelnen Coach kaum abgedeckt werden können. Deshalb ist Speed-Coaching hierfür eine mögliche Alternative. Mit viel Speed bekommt der Coaching-Interessierte sehr schnell sehr unterschiedliche Antworten auf seine Leitfrage geboten.

Speed-Coaching greift einen anderen Trend auf, der seit einiger Zeit bei der Partnersuche von sich Reden macht: Speed-Dating. Staat nacheinander in langwierigen Gesprächen einzelne Kontakte zu treffen, versammelt man sich zu einem bestimmten Termin und trifft beim Speed-Dating direkt 10 oder mehr Kontaktwillige. Am großen Tisch wird dann das Dating mit Speed organisiert: Alle 5 bis 10 Minuten ertönt die Glocke und mit viel Speed wird zum nächsten Kontakt-Interessierten gewechselt. Nach einen solchen Abend rauchen dann die Köpfe, was auch beim Speed-Coaching zu erwarten ist.

Denn Speed-Coaching baut den vielfältigen Coaching-Prozess sehr ähnlich auf. Hier trifft der Coaching-Interessent direkt auf mehrere Coachs, die er dann reihum mit Speed zu seinem Thema befragen kann. Meist wird das Speed-Coaching auch mit der gleichen Anzahl von Coaching-Willigen und Coaching-Beratern geboten, schließlich soll die kostbare Zeit für beide Seiten gleichermaßen intensiv genutzt werden.

Grundlegende Idee beim Coaching ist es aber, dass der Coaching-Nutzer seine Lösung möglichst selbst erarbeiten soll. Bei kurzen Terminen von etwa 10 Minuten ist das wohl kaum möglich. Denkbar ist allerdings, dass die Couches verschiedene Ideen benennen, eine Vielzahl von Rückfragen erstellen und  eine völlig neue Perspektive eröffnen. Wem dann als Coaching-Nutzer ein Aha-Erlebnis kommt, der hat vielleicht die Idee das zu vertiefen.

Das Speed-Coaching, das auch sehr preiswert angeboten wird, ist also ein guter Einstieg in den Coaching-Prozess, wenn man mit einer Idee sich einen der Coachs aussucht und daran weiterarbeitet. Schließlich ist auch das Speed-Dating nach dem Speed-Termin nicht beendet, sondern geht mit verbesserten Kennenlern-Möglichkeiten oder Kontakten an anderen Terminen weiter, wobei dann der Speed deutlich zurückgenommen wird.

Ist Speed-Coaching also eine gute Idee zum Einstieg? Oder nur ein Marketing-Gag, von dem man bald nichts mehr hören wird. Im interessanten Blog vom „Coach im Netz“, wird auf eine Umfrage zum Speed-Coaching hingewiesen, bei der man noch ein paar Tage Zeit hat, sich zu beteiligen.

5 Antworten auf „Speed-Coaching: der neue Trend beim Coaching?“

  1. Ich denke mit Speedcoaching kann man sehr gut auffallen. Somit ist der Effekt erreicht. Mich würde interessieren wer das Speedcoaching iniziiert hat? Gibt es da noch andere Informationen? Zudem würde ich gerne wissen ob das nur ein theoretischer Ansatz ist oder ob der Wirklich schon mehrmals stattgefunden hat?

  2. Ich habe mir der Erhebung angeschaut. Nach meiner Meinung versucht der initiator mit den Fragebogen,das Vorgehen zu vervollständign und abzurunden. Der Umfragebogen lässt für mich Vermuten, dass gerade nach Rat gesucht wird, wie Speedcoachign geboren werden soll und als was es denn bleiben wird. Naja Fleiß und eine pfiffige Idee sollen Belohnt werden, also wünsche ich dem Initiator viel Erfolg. Auf alles Fälle ist das Vorgehen sehr Medienwirksam.

  3. liebe leute,
    einer der initiatoren des speedcoaching in berlin bin ich.
    Und wir haben uns wirklich mehr dabei gedacht als nur marketing. Der „medienrummel“ hat uns selbst überrascht!

    Inzwischen haben wir ein halbes jahr hinter uns mit ca. 50 teilnehmerinnen.
    Die umfrage bei „coach im netz“ hat aber mit uns nix zu tun.

  4. Hallo Kritiker und Befürworter, ich bin überrascht, welche Diskussionen dieses Thema auslöst. Die Skepsis gegenüber diesem Format kann ich in vielen Punkten teilen, jedoch nicht die totale Ablehnung. Gibt es neben der binären Sichtweise nicht viel mehr Spielraum? Wir (drei Coachingkollegen und ich) habe die Fragestellung verändert: für welche Anliegen eignet sich dieses Format und für welche Anliegen eher nicht? Besser ein Speed-Coaching als gar kein Coaching. Wir wollen es wissen: unser erster offener Abend des Speed-Coaching Bielefeld findet am 18. Februar 2011 statt. Also nicht nörgeln, sondern ausprobieren:
    http://www.speedcoachingbielefeld.wordpress.com

    Danke an die Berliner Gruppe für die Idee, die uns inspiriert hat, etwas ähnliches zu initiieren.

    Sofern wir nichts Neues entwickeln würden, hätten wir bis heute keine Kurzzeittherapie! Es lebe Steve De Shazer.

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