Steuerliche Absetzbarkeit von Krankheitskosten wird verbessert

Krankheitskosten, das können zum Beispiel Kosten sein, die für neue Möbel wg. Asthma anfallen. Eine steuerliche Absetzbarkeit solcher Kosten ist als außergewöhnliche Belastung denkbar, was aber je nach Finanzamt oder Sachbearbeiter unterschiedliche Schwierigkeiten der Geltendmachung nach sich ziehen kann. Nun hat aber der Bundesfinanzhof eine steuerzahlerfreundliche Entscheidung getroffen. Nicht nur ein Amtsarzt, sondern auch ein anderer Arzt kann die Notwendigkeit der Krankheitskosten bescheinigen und damit den Weg für die Geltendmachung als außergewöhnliche Belastung ebnen.

Dieser Vorgang ist bemerkenswert, weil der Bundesfinanzhof selbst schreibt, dass er seine bisherige Rechtssprechung geändert hat. Die Geltendmachung von Krankheitskosten gegenüber dem Finanzamt als außergewöhnliche Belastung erfordert nicht mehr unbedingt den ein amts- oder vertrauensärztliches Gutachten oder das Attest eines öffentlich-rechtlichen Trägers. Der Nachweis, dass außergewöhnliche Belastungen vorliegen, kann auch später erfolgen und der Steuerzahler kann hierfür alle geeigneten Belege vorlegen.

In einem Fall hatten die Eltern ihr Kind wegen einer Lese-Rechtschreibschwäche in ein Internat geschickt und daher sehr hohe Kosten aufzuwenden gehabt. In einen anderen Fall mussten die Eltern neue Möbel kaufen, weil ein Kind Asthma hatte, das durch die alten Möbel verstärkt wurde. In beiden Fällen spielte bei der Entscheidung des Finanzamtes eine Rolle, wann die Kosten entstanden waren und wann die ärztlichen Atteste zur Begründung der Kosten erstellt wurden. Für die Anerkennung als außergewöhnliche Belastung kann es aber nicht entscheidend sein, wann die formalen Schritte für die Begründung der Kosten erfolgt sind, da es Zweck der Vorschrift ist, die sozialen Belastungen durch Krankheitskosten abzufangen, wenn sie im Vergleich zu anderen Steuerzahlern außergewöhnlich hohe Kosten verursachen.

Ob und wie die Entscheidung über diese Einzelfälle in die Praxis der Finanzämter über andere Fälle wirksam wird, bleibt abzuwarten. Für Steuerzahler, die hier auf Nummer Sicher gehen wollen, ist es daher nach wie vor besser, sich rechtzeitig um den Nachweis der außergewöhnlichen Belastung zu kümmern und diese Unterlagen dem Finanzamt zeitnah zur Verfügung zu stellen.

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