Vogelgrippe: Weiter verbreitet aber weniger gefährlich?

Die Vogelgrippe sorgte vor einigen Jahren für starke Aufmerksamkeit, weil sie bei Experten als besonders gefährlich für den Menschen angesehen wurde. Doch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) konnte seitdem nur wenige Fälle von Vogelgrippe beim Menschen im weltweiten Maßstab registrieren. Daher verlor das Thema schnell an Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Nun berichtet aber die Online-Ausgabe Magazin Spiegel mit Bezug auf eine wissenschaftliche Veröffentlichung, dass die Vogelgrippe wohl doch weiter verbreitet als gedacht ist.

Vogelgrippe wird zunächst als Problem in Gegenden angesehen, die über eine schlechte Gesundheitsversorgung und niedrige Hygiene-Standards verfügen. Insbesondere in Asien gibt es viele Regionen, in denen Mensch und Federvieh sehr eng miteinander leben. Dort ist die Gefahr einer Übertragung des gefürchteten Vogelgrippe-Virus besonders groß. Wären Menschen dann mit stärkerer Quote angesteckt, dann könnten die weltweiten modernen Kommunikationsprozesse schnell dafür sorgen, dass sich die Vogelgrippe rasant verbreitet.

Die Vogelgrippe kann für Menschen sehr gefährlich werden. Kommt es zu einer Infektion, dann ist die Wahrscheinlich des Überlebens nicht besser als ein tödlicher Verlauf der Krankheit, die in Fachkreisen auch als H5N1-Virusinfektion bezeichnet wird. Allerdings kam es bisher nicht zu befürchteten Pandemie mit Millionen von Toten weltweit, weil das Virus angeblich nur sehr selten auf Menschen übergeht.

Doch die Statistiken der WHO werden von Experten bezweifelt. US-Forscher haben eigene Recherchen zur Verbreitung des H5N1-Virus vorgenommen und sind vorläufig zu dem Ergebnis gekommen, dass ein bis zwei Prozent der Untersuchungsgruppe schon eine Vogelgrippe-Infektion gehabt und überstanden haben. Dies müsste bedeuten, dass die Vogelgrippe weiter verbreitet sei, als bisher angenommen. Ihre Gefährlichkeit (Todesrisiko) müsste demzufolge aber geringer eingestuft werden, als bei den bisher angenommenen WHO-Kriterien.

Um die relevante Gefahr der Vogelgrippe aber zukünftig besser einschätzen zu können, wären neue und weitergehende Untersuchungen erforderlich, die über das bisherige Konzept der Weltgesundheitsorganisation hinausgehen müssten.

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