Was muss man als Selbständiger beim pfändungssicheren P-Konto beachten?

Ein Girokonto braucht heute jeder, der finanziell handlungsfähig bleiben will. Dies gilt für Privatleute wie für Selbständige, die einen kleinen Gewerbebetrieb betreiben. Allerdings ist dieses Konto auch sehr interessant für die Gläubiger, wenn sie sich Sicherung ihres Forderungen eine Pfändung durchsetzen wollen. Da der Gläubiger davon ausgehen kann, dass noch laufend Geld auf das Girokonto des Schuldners fließen wird, ist eine Kontopfändung für ihn ein guter Ansatzpunkt, wenigstens zum Teil seine Forderungen auch einzutreiben. Zugleich setzt eine Kontopfändung den Kontoinhaber unter starken Druck, denn er verliert jede finanzielle Handlungsfähigkeit und kann über die eingehenden Geldzahlungen nicht mehr verfügen. So kann es ihm passieren, dass die Miet- oder die Stromzahlung nicht mehr beglichen wird, weil die Bank das vorhandene Geld an den Gläubiger ausliefert.

Wie ich bereits im Juli auf dir-Info geschrieben habe, ist es unproblematisch möglich, ein bestehendes Konto in ein pfändungssicheres P-Konto zu überführen. Dies ist auch für Selbständige sehr interessant, wenn ihnen wirtschaftliche Schwierigkeiten drohen. So ist es für das P-Konto völlig irrelevant, woher die Zahlungseingänge kommen. Es genügt die Mitteilung an die Bank und man bekommt als Lediger 985 Euro der monatlichen Zahlungseingänge für die freie Verfügung auf dem neuen P-Konto bzw. dem alten Girokonto freigestellt. Hat man weitere Unterhaltsansprüche zu erfüllen, dann kann dieser Betrag auch erhöht werden. Das Gesetz zum P-Konto ist Mitte 2009 beschlossen worden. Allerdings hat der Gesetzgeber bis Mitte 2010 den Geldinstituten noch eine Übergangsfrist eingeräumt (vgl. auch: http://bmj.de/p-konto).

Trotzdem sollte man als Selbständiger nicht zögern und vor der drohenden finanziellen Handlungsunfähigkeit sein Girokonto in ein P-Konto überführen zu lassen. Man muss sich nur klar machen, dass dies aus der Sicht der kontoführenden Bank eine Maßnahme ist, die das Ranking in Bezug auf die Bonität des Selbständigen herabsetzt. Schließlich gibt man damit zu erkennen, dass man mit dem Risiko einer Kontenpfändung rechnet. Außerdem muss man davon ausgehen, dass die Schufa von der Schaffung eines P-Kontos unterrichtet wird, denn die kontoführende Bank darf prüfen, ob der Kunde nur ein P-Konto führen lässt. Deshalb kann man den Selbständigen nicht einfach raten, ihr wichtigstes Giro-Konto sofort in ein P-Konto zu überführen.

Zweck des P-Kontos ist die Sicherung der finanziellen Handlungsfähigkeit des Kontoinhabers auch nach einer Pfändung. Die Freibeträge des P-Kontos sollen sicherstellen, dass die Miete und Energierechnungen noch bezahlt werden können. Und das noch Geld bleibt für den Kauf des notwendigen Lebensbedarfs. Deshalb sollte man die Schaffung des P-Kontos nicht erst umsetzen, wenn bereits das bestehende Girokonto gepfändet ist.

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