E-Bikes und Unfallrisiken

Unter einem E-Bike oder Elektro-Fahrrad versteht man ein Fahrrad, das um einen Elektromotor ergänzt wurde. Die meisten die Deutschland üblichen Elektro-Fahrräder unterstützen den Fahrer nur mit dem Elektro-Motor, wenn er selbst in die Pedale tritt. Und die Unterstützung durch den Elektromotor hört irgendwann auf, wenn das E-Bike eine gewisse Mindestgeschwindigkeit erreicht hat.

Trotzdem ist man auf lange Sicht gesehen mit einem E-Bike länger unterwegs und fährt eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit. Deshalb stellt sich hier die Frage, ob bei einem E-Bike die Unfallrisiken höher sind und was man dagegen tun kann.

Mit der Frage von Unfallrisiken bei Elektrofahrrädern haben sich kürzlich die „Unfallforschung der Versicherer (UDV)“ beschäftigt. Die UDV ist als Abteilung innerhalb des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft damit beschäftigt, den Gesamtverband, die Versicherungsgesellschaften und die Öffentlichkeit dabei zu beraten, wie sie besser mit Risiken der Versicherungsnehmer umzugehen hat.

Die UDV sieht ein höheres Risiko für die Fahrer eines Elektro-Fahrrades und anderer Verkehrsteilnehmer, wenn das Elektro-Fahrrad deutlich höhere Geschwindigkeiten erreichen kann, als sie beim Fahrradfahren ohne Elektro-Motor möglich sind. Normalerweise kommt man mit einem Fahrrad auf ebener Strecke kaum über 30 km/h; es gibt aber Elektro-Fahrräder (meist „Pedelecs“ genannt), die bis zu 45 km/h erreichen. Die höhere Höchstgeschwindigkeit führe zu mehr Überholmanövern und höheren Risiken beim Crash, was leicht einzusehen ist.

Aber auch die normalen E-Bikes mit gedrosselter Unterstützung werden von den UDV-Experten kritisch gesehen, wenn es um Ausfahrten und Kreuzungen geht. Denn dort seien die Unterschiede zwischen E-Bikes und normalen Fahrrädern schwer einschätzbar, worauf auch der Blog magazin66.de abhebt.

Die UDV fordert für 45 km/h-Pedelecs die Einstufung als Kleinkraftrad, was unweigerlich die Motor-Helmpflicht nach sich ziehen müsste. Darüber hinaus wird eine „neue Fahrzeugklasse“ gefordert, bei der neben der Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h weitere Restriktionen greifen sollen. Hier sollen ein Versicherungskennzeichen und eine Mofa-Prüfbescheinigung sowie ein Fahrradhelm vorgeschrieben werden.

Ob solche weitgehenden Forderungen sinnvoll sind, könnte aber durchaus breiter diskutiert werden. Denn eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h kann auch mit einem normalen E-Bike schnell erreicht werden. Schließlich würde dadurch die Attraktivität des Elektro-Fahrrades leiden, wenn man den Fahrern eines normalen E-Bikes allzu viele Auflagen machen würde. Und wenn sie dann auf das E-Bike verzichten, dann fahren sie möglicherweise wieder mit dem Auto statt mit einem Fahrrad.

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