Entschädigung nach Flugverspätung

Auch Fluggäste haben genauso wie Bahnfahrer Anspruch auf eine Entschädigung, wenn eine deutliche Verspätung eingetreten ist. Mit dem Thema Entschädigung nach Bahn-Verspätung, habe ich mich schon vor einiger Zeit befasst. Jetzt greife ich die Frage der Entschädigung nach Flugverspätung auf, weil der Bundesgerichtshof (BGH) nun sehr fluggastfreudliche Urteile zur Entschädigung nach Fluggastverspätung getroffen hat: Aktenzeichen Xa ZR 95/06.

Der BGH hat aber nur das bekräftigt, was bereits der Europäische Gerichtshof (EuGH) letztes Jahr festgelegt hat: Es ist zulässig, dass ein europaweit einheitlich hohe Pauschal-Entschädigung für die Flugverspätung von mehr als 3 Stunden zu zahlen ist:

Allerdings entfällt die Entschädigung nach einer Flugverspätung, wenn die Fluggesellschaft darlegen kann, dass „außergewöhnlichen Umstände“ außerhalb ihrer Handlungskompetenzen zur Flugverspätung geführt haben. Allerdings sind an solche „außergewöhnlichen Umstände“ strenge Maßstäbe anzulegen, bloß ein technischer Defekt reicht nicht aus, denn die Verantwortung für die Technik und die daraus folgende Flugverspätung liegt bei der Fluggesellschaft.

Auf pressemitteilungen-online.de hat man sich bereits im Zusammenhang mit der EuGH-Entscheidung zur Flugverspätung sehr gründlich damit befasst, was man denn als Passagier tun muss, damit die Entschädigung nach der Flugverspätung gesichert ist. Unmittelbar nach dem Flug sollte man sich die Flugverspätung schriftlich bestätigen lassen, damit man gute Belege für seine Forderung nach Entschädigung vorweisen kann. Auch Flugscheine, Buchungsbelege und weitere Infos zum Flug sollte man schriftlich sichern, denn damit kann man auch noch nach langer Zeit belegen, dass man Anspruch auf eine Entschädigung nach Flugverspätung hat.

Relativ schnell nach der Flugverspätung richtet man am besten eine schriftliche Anfrage an die Fluggesellschaft, denn diese (nicht der Reiseveranstalter) ist für die Zahlung der Entschädigung zuständig. Den Reiseveranstalter sollte man aber auch informieren, möglicherweise ergeben sich daraus auch weitere Ansprüche (z.B. notwendige gewordene Taxifahren, weil der Bus zum Hotel nicht bereitstand).

Um eine Entschädigung nach der Flugverspätung zu vermeiden, muss die Fluggesellschaft dann etwaige „außergewöhnlichen Umstände“ konkret belegen, die es ihr verbietet, die übliche Entschädigung nach der Flugverspätung zu zahlen. Kommt kein solches Schreiben oder ist die Begründung nicht schlüssig nachvollziehbar, dann entsteht ein rechtlich umsetzbarer Anspruch auf die Entschädigung nach der Flugverspätung. Angesichts der klaren Position der obersten deutschen und europäischen Gerichte ist darauf zu hoffen, dass die Entschädigung nach Flugverspätung aber in Zukunft deutlich einfacher und schneller zu bekommen ist.

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