Verkehrsministerkonferenz: Vorerst keine Helmpflicht für Radfahrer

Viele Radfahrer nutzen einen Helm, um mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu haben. Doch seit Jahren ist umstritten, ob eine Helmpflicht für Radfahrer insgesamt die Verkehrssicherheit erhöhen könnte. Auch die Verkehrsministerkonferenz der deutschen Länderminister konnte sich jüngst nicht entscheiden, eine Helmpflicht für Radfahrer einzuführen. Nun müssen die Radfahrer immer noch selbst über die Wirksamkeit der Helmnutzung entscheiden.

Andere Beschlüsse waren hingegen auf der Verkehrsministerkonferenz erfolgreich. So meldete mittelstandcafe.de, dass es zukünftig ermöglicht werden soll, dass alte Kürzel für nicht mehr existierende Orts- und Regionsbezeichnungen auf Autokennzeichnen möglich werden könnten, ein Wunsch, den die Verkehrsministerkonferenz formuliert hatte.

Keine Änderung wird es hingegen bei der Helmpflicht für Radfahrer geben. Die Verkehrsministerkonferenz will hier den Radfahrer lediglich eine Empfehlung geben und sich dafür einsetzen, dass die Helmquote bei der Fahrradnutzung erhöht wird. Statt auf Zwang mittels Bußgeld, will man also eher auf Aufklärung und auf Selbstbestimmung setzen. Umstritten bleibt diese Sicht der Dinge auch bei der Helmpflicht für Kinder und Jugendliche. Diese soll aber noch genauer geprüft werden.

Unter Wissenschaftlern ist eine Helmpflicht für Radfahrer auch umstritten, wie vor kurzem die taz meldete. Das überrascht zunächst, denn ein Helm erhöht die Sicherheit des Radfahrers bei einem Unfall; dies scheint unmittelbar plausibel zu sein. Doch einige Wissenschaftler haben festgestellt, dass andere Verkehrsteilnehmer Fahrradfahrer mit einem Helm anders einschätzen und daher sich diesen gegenüber anders verhalten. So werden dann Sicherheitsabstände beim Überholen geringer. Dies kann also Sicherheit der Radfahrer insgesamt vermindern, obwohl der Helm selbst beim Eintreten eines Unfalls sehr nützlich ist.

Man könnte als Radfahrer die Konsequenz daraus ziehen, dass man bei der Verwendung eines Fahrradhelmes diesen möglichst unauffällig verwendet, also keine Fahrradhelme mit auffälligen Farben kauft. So kann man die Vorteile der höheren Sicherheit durch Helmnutzung damit verbinden, dass die anderen Verkehrsteilnehmer ihre Verhaltensweisen nicht auf die Wahrnehmung des Helmes stützen.

2 Antworten auf „Verkehrsministerkonferenz: Vorerst keine Helmpflicht für Radfahrer“

  1. Gut so. Wenn jeder Fahrradfahrer gezwungen würde, eine unförmige bunte Plastikschüssel auf den Kopf zu schnallen, würde die Zahl der Radler wohl drastisch abnehmen. Im Gegensatz zum Sicherheitsgurt ist ein Helm purer Eigenschutz, kein Fremdschutz, also sollte dem Bürger auch die Entscheidung selbst überlassen werden, wieviel Risiko er eingeht.
    btw: Wenn man die Sicherheit von Radfahrern tatsächlich verbessern wollte, baute man mehr Radwege.

  2. Toll die Verkehrspolitiker trauen sich mal wieder nichts…ausser zu diskutieren wie die Autofaher abgezockt werden können. Nicht nur eine Helmplicht für Radfahrer sondern auch eine Haftpflichtversicherung und ein Nummernschild wie auch für Mofas etc. sind schon lange fällig und dann wenn die Citimaut kommt dann auch für die Radfahrer und ihre Radwege..oder bekommen die alles von uns Autofahrern gesponsort..

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