Bundesfinanzhof unterstützt Freiberufler der IT gegenüber dem Finanzamt

Ein Freiberufler hat viele Vorteile gegenüber dem Finanzamt, im Vergleich zu seinen Kollegen, die als Gewerbetreibende eingestuft werden. Da wäre zunächst an die Gewerbesteuer zu denken, zu denen die Gewerbetreibenden regelmäßig herangezogen werden. Freiberufler sind hingegen von der Gewerbesteuer befreit. Zwar kann ein Gewerbetreibender diese Steuer gegenüber anderen Steuern anrechnen, aber als Freiberufler hat man den Vorteil, dass man erst gar keine Gewerbesteuer abführen muss.

Aber das sind noch nicht alle Vorteile, die man als Freiberufler gegenüber dem Finanzamt hat. Weitere Vorteile beim Freiberufler liegen in den Bilanzierungs- und Buchführungspflichten, die deutlich einfacher die Betriebsabrechnung gegenüber dem Finanzamt gestalten lassen. Denn ein Freiberufler braucht keine doppelte Buchführung zur Bestimmung seiner Gewinne und auch die komplizierten Bilanzen entfallen beim Freiberufler, wenn er dem Finanzamt gegenüber sein Business darstellen muss.

Diese Vorteile beim Freiberufler wirken sich auch bei der Mehrwertsteuer-Abführung gegenüber dem Finanzamt aus. Denn der Freiberufler muss erst die tatsächlichen Umsätze erhaltener Mehrwertsteuer an das Finanzamt abführen, während der Gewerbetreibende schon in Rechnung gestellte Mehrwertsteuer (noch gar nicht zugeflossene) gegenüber dem Finanzamt abzuführen hat.

Auch das interessante Projektwerk-Blog spricht sich dafür aus, dass man sich dafür einsetzen soll, als Freiberufler vom Finanzamt anerkannt zu werden und liefert weiter Infos zum Vorgehen der Anerkennung durch das Finanzamt.

Denn es ist es nicht ganz einfach, sich zum Freiberufler zu machen und damit die vielen Vorteile der Freiberufler-Tätigkeit gegenüber dem Finanzamt zu nutzen. Freiberufler arbeiten auf der Grundlage einer besonderen beruflichen Qualifikation oder auf Basis einer schöpferischer Begabung eigenverantwortliche und fachlich unabhängig und erbringen damit eine „Dienstleistungen höherer Art“ im Interesse Ihrer Auftraggeber.

Nun hat sich der Bundesfinanzhof in drei wichtigen Urteilen mit der Freiberufler-Tätigkeit von IT-Fachkräften beschäftigt und hier die Möglichkeiten der Nutzung der Vorteile gegenüber dem Finanzamt gestärkt: (VIII R 31/07 – VIII R 63/06 – VIII R 79/06 – Aktenzeichen der Urteile).

Nicht nur die kreative Software-Entwicklung kann nun als Freiberufler-Tätigkeit angesehen werden, sondern auch die Betreuung von Betriebssystemen und das Verwalten von großen Projekten der IT. Klar war schon immer, dass Software-Entwicklung als Arbeit von diplomierten Informatikern, die typische Kennzeichen von Freiberufler-Arbeit haben. Auch wenn der Freiberufler formal nicht die Qualifikationen eines Ingenieurs hat, übt der doch die höheren Tätigkeiten aus, die für den Freiberufler-Status relevant sind. Dieses Kriterium der Ingenieur-ähnlichen Arbeit hat nun der Bundesfinanzhof deutlich ausgeweitet.

Fachkräfte der IT, die bisher als Gewerbe-Treibende agieren, sollten mit ihrem Steuerberater überlegen, ob es Sinn macht und ob es rechtlich möglich ist, ab sofort die Vorteile des Freiberufler-Status gegenüber dem Finanzamt zu nutzen.

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3 Kommentare zu “Bundesfinanzhof unterstützt Freiberufler der IT gegenüber dem Finanzamt”

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