Ist der Tauschring eine Alternative zum Geld?

Wenn man eine Leistung anbieten kann, aber hierfür schwer eine kaufkräftige Nachfrage in Geld zu gewinnen ist, dann wäre der Beitritt in einen Tauschring möglicherweise interessant. Immerhin gibt es Deutschland bereits Hunderte von Tauschringen, die auf regionaler Basis eine andere Variante des Austausches von Waren oder Dienstleistungen zustande bringen wollen. Wer beispielsweise gute Kenntnisse und Fähigkeiten bei der Vermittlung von PC-Kompetenzen hat, dem bietet der gegenwärtige Dienstleistungssektor keine besonders günstigen Rahmenbedingungen, denn viele Kollegen bieten ihre Leistungen für deutlich unter 20 Euro pro Stunde an und haben dann immer noch keine gute Auslastung ihrer Arbeitszeit.

Bietet man hingegen seine entsprechenden Fähigkeiten in einem Tauschring an, dann kommt man an Gegenleistungen für die man anderseits viel Geld zahlen muss. So kann der EDV-Trainer sich seine Leistung auch durch Haareschneiden oder Babysitten vergüten lassen: Der Tauschring macht es möglich, dass Arbeitsleistungen ohne Geldeinsatz getauscht werden können.

Die Grundidee eines Tauschrings ist immer gleich. Die Mitglieder erbringen wechselseitig ihre Leistungen, rechnen aber nicht in Geld ab, sondern lassen sich ihre Arbeitszeit oder eine andere Leistungseinheit auf ein Konto schreiben. Man spricht bei einzelnen Tauschringen auch von „Talenten“ und knüpft damit an einen Geldbegriff an, wie er in der Bibel verwandt wurde. Durch das Internet hat diese Art des Austausches von Waren oder Dienstleistungen sogar einen Aufschwung erfahren, denn nun kann man wesentlich schneller und effektiver die einzelnen Angebote im Tauschring miteinander verbinden. Naturgemäß dominieren aber beim Tauschring die Dienstleistungen, die mit lokalem Bezug erbracht werden können: Nachhilfe, Babysitten und Putzhilfe sind die typischen Arbeiten, die im Tauschring vermittelt werden.

An diesen Beispielen wird auch deutlich, dass an einen Ersatz des Geldes im großen Maßstab durch den Tauschring nicht zu denken ist. Aber der Tauschring kann eine gute Möglichkeit sein, Dienstleistungen zu einem erweiterten Kundenstamm zu bringen. Man kann seine Leistungen also noch Kunden anbieten, die selbst nicht sehr zahlungskräftig sind, aber eine besondere Dienstleistung (für einen selbst oder für andere) erbringen können. Damit lastet der Tauschring seine eigenen Kapazitäten besser aus und nützt einem dann, wenn man im Tauschring auch interessante Angebote findet, die man selber nutzen kann. Am besten man informiert sich, ob in seinem regionalen Umfeld ein Tauschring aktiv ist und welche Angebote dort vorzugsweise genutzt werden können. Dann kann man sich überlegen, ob und wie man selbst seine Leistungen dem Tauschring anbietet.

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