Konsequenzen aus den Plagiats-Affären

Vor einem Jahr waren Plagiate in Doktor-Arbeiten das Top-Thema: Reihenweise mussten prominente Politiker zurücktreten oder erfuhren einen empfindlichen Karriere-Knick, weil sie mit Plagiaten in Doktor-Arbeiter eine wissenschaftliche Leistung nur vorgetäuscht hatten. Nun will das Bundesland mit dem bedeutendsten Plagiats-Fall (Bayern, Bayreuth, Guttenberg) reagieren und die Promotions-Ordnungen anpassen: Wer eine Doktor-Arbeit abgibt, der muss an Eidesstatt versichern, dass er nicht plagiiert hat, wusste der Spiegel zu berichten.

Streng genommen waren aber die Textübernahmen (mit oder ohne leichte Variation) gar deutlich schlimmer als ein Plagiat, wie Fachautor Prof. Dr. Dr. Manuel René in folgendem Video erläutert:

Es geht also um das Vortäuschen von Leistung, die mit der neuen bayrischen Promotionsordnung sanktioniert werden soll.  Der bayrische Landtag soll beschließen, dass zukünftige Doktoren bei der Abgabe ihrer Doktor-Arbeit eine rechtlich relevante eidesstattliche Versicherung abgeben. Sofern dies möglich ist, hätte dies auch strafrechtliche Konsequenzen, denn eine eidesstattliche Versicherung kann je nach Fallgestaltung wie ein Meineid gewertet werden. Darüber hinaus sollten die Regeln, was denn erlaubt ist, schärfer und präziser gefasst werden. Eine Ausrede, dass man lediglich die Anführungsstriche vergessen habe, würde dann nicht mehr greifen.

Für die Praxis relevanter könnte es sein, dass man zukünftig jede wissenschaftliche Arbeit auch als Text-Datei einreichen muss. Dann könnte man sehr einfach den abgegebenen Text einem Programm zuführen, das dann durch eine automatisierte Internet-Recherche die möglichen Quellen für Plagiate findet.

Ob diese Vorgehensweise dann aber ausreicht, um das wissenschaftliche Abkupfern zu verhindern, bleibt abzuwarten. Denn auch die Plagiatoren sollten über entsprechende Programme verfügen, die im Internet auch zur kostenlosen Nutzung angeboten werden. Wer also dann immer noch so blöd ist, seitenweise aus früheren wissenschaftlichen oder journalistischen Arbeiten abzuschreiben, dem ist dann auch nicht mehr zu helfen.

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