Name, Bewerbungen und Referenzen

Dass der eigene Name bei Bewerbungen wichtig sein könnte, war schon immer so mein Gefühl. Denn der Name ist zugleich ein guter Ersatz bzw. eine gute Ergänzung für Referenzen. Hier sind scheinbar die von Vorteil, die ein „von“ als Name verwenden dürfen. Ein weiterer Pluspunkt dürfte auch sein, wenn man als Name bei einer Bewerbung den Namen nehmen kann, der mit der Profession oder dem Business verbunden wird. Dann wird man gleich beim Einstellungsgespräch gefragt, ob man mit der Person dieses Namens verwandt ist.

Wenn man aber, so wie ich als Name nur den Allerweltsnamen Meyer verwenden muss, dann scheint das wohl kaum vom Vorteil für Bewerbungen zu sein. Man kann sich höchstens ausrechnen, dass der Personaler bei der Suche im Internet beim Allerweltsnamen Schwierigkeiten mit der Findung von Referenzen haben wird.

Karriere-Spezialist Jochen Mai hat sich kürzlich mit dieser Frage zu Name und Berufserfolg beschäftigt und dabei ganz interessante Zusammenhänge aufgezeigt:

  • So schließt man vom Vornamen häufig auf das Alter aber auch auf die geistigen Einstellungen der Personen, lange bevor man sie konkret kenngelernt hat. Wer Kevin heißt muss jünger sein und kommt aus der Unterschicht, so ein beliebtes Vorurteil. Das Kevin als Name besonders im Osten Deutschlands sehr beliebt sein soll, ich möglicherweise auch kein Vorteil bei Bewerbungen.
  • Mai verweist auch auf eine amerikanische Untersuchung, wo es um den Schulerfolg von Kindern mit unterschiedlichen Namen geht; hier wird vom Namen auf die ethnische Herkunft geschlossen und wer hier als Name schlecht eingestuft wird, der bekommt auch schlechtere Noten.

Man kann sich der Frage nach Name, Bewerbungen und Referenzen aber auch in Deutschland wissenschaftlich annähern. Die Uni Konstanz hat untersucht, ob es für Bewerbungen schlecht ist, wenn man als Name in den Bewerbungen einen türkischen Namen hat. Dazu wurden gleich lautende Bewerbungen für Praktikanten-Stellen verschickt. Die Bewerber hatten alle einen muttersprachlichen Hintergrund und lebten lange in Deutschland. Der einzig relevante Unterschied: Einige hatten einen deutschen, andere hatten einen türkischen Namen. Bewerberbungen mit einem türkischen Namen bekamen 14 Prozent weniger Zusagen, als wenn ein deutscher Name verwendet wurde. In kleineren Unternehmen war die Ablehnungsquote sogar noch höher. Die Wissenschaften gehen davon aus, das kleine Unternehmen nicht so stark standardisierte Auswahlverfahren verwenden: dass also hier eher subjektive Einschätzungen bei der Auswahl von Bewerbungen greifen.

Allerdings gibt die Studie auch Hinweise, wie man diese Nachteile durch den Namen ausgleichen kann: Verwendung von Referenzen, die die Handlungsfähigkeit des Bewerbers aufzeigen, beseitigen den Nachteil durch den türkischen Namen annähernd. Ich hatte schon vor längerer Zeit den Tipp gegeben, dass man durch konkret formulierte Referenzen viele Pluspunkte bei Bewerbungen sammeln kann.

Meine Schlussfolgerung zum Thema Name, Bewerbungen und Referenzen: Durch konkrete und plastisch nachvollziehbare Unterlagen, kann man die Nachteile die mit dem Namen oder anderen äußerlichen Merkmalen verbunden sind, konkret entgegenwirken.

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