Social Media Recruiting: Personalbeschaffung über soziale Netzwerke

Bisher werden soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter hauptsächlich für private Kommunikation genutzt. Wobei der Kurzmitteilungsdienst Twitter viele Kommunikationsmöglichkeiten für Unternehmensnachrichten schafft. Bekannt ist auch, dass Netzwerke wie XING oder LinkedIn gerne zur Unterstützung bei der Arbeitgebersuche verwendet werden. Doch das Social Media Recruiting, die Personalbeschaffung über soziale Netzwerke, das in den USA nach Berichten von PR-blogger auf dem Vormarsch ist, steht hierzulande noch am Anfang.

Social Media Recruiting, das können Webangebote sein, die bei Facebook über eine spezielle Seite gezielt darauf gerichtet werden, Bewerber für das eigene Unternehmen zu interessieren. Facebook selbst bietet Unternehmen das Einrichten von Seiten (früher Fan-Seiten genannt) an, die aber immer noch sehr stark auf die Unterstützung von Marken ausgerichtet sind. Aber man kann entsprechende Seiten auch als Social Media Recruiting Angebote gestalten, wenn man die Stellenangebote und das soziale Profil des Unternehmens in den Fokus stellt. Konsequent ist man dann, wenn man neue Stellenangebote über den Kurzmitteilungsdienst Twitter promotet, was auch dazu führen kann, dass Jobinteressierte im starken Maße zu Followern der Twitter-Meldungen werden.

Thorsten Petry ist Professor für Organisation und Personalmanagement und hat im Rahmen seiner Tätigkeit eine Studie zum Social Media Recruiting durchgeführt und ist zu interessanten Ergebnissen gekommen, die er in einem Interview mit karriede.de erläutert hat. Viele Nutzer sozialer Netzwerke wie Facebook sähen hier stärker einen privaten Schwerpunkt und wollen dann nicht unbedingt mit Jobangeboten konfrontiert werden. Für beide Seiten (Unternehmen wie Bewerber) seien soziale Netzwerke oft noch eine Spielwiese, die erst in ihren Möglichkeiten zu entwickeln wäre.

Doch das könne sich ändern. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen bieten soziale Netzwerke die Chance, sich als Arbeitgebermarke zu positionieren. Womit aber das Social Media Recruiting noch zu kämpfen haben könnte ist die andere Haltung, die mit Social Media Nutzung verbunden ist. Facebook und andere soziale Netzwerke bauen auf gleichberechtigte Kommunikation und Interaktion auf. Vorstellungen traditionellen Bewerbungsmanagements passen dort nicht recht herein, denn allein der Begriff des „Bewerbers“ drückt ein Abhängigkeitsverhältnis aus, das nicht zur üblichen Kommunikation in sozialen Netzwerken entspricht.

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