Stellenmarktentwicklung 2009: Studie der WBS-Training AG

Die WBS Training AG untersucht einmal pro Jahr die Entwicklung des deutschen Stellenmarkts: http://www.wbstraining.de/unternehmen/media-center/publikationen. Hierfür werden die neusten Stellenangebote aus Duzenden von Printmedien herangezogen.

Auch die Studie von 2009 informiert über regionale Besonderheiten, den Ausbildungsmarkt und ist jeweils sehr differenziert in den Aussagen zu einzelnen Branchen und Funktionsbereichen nutzbar.

Interessant sind zum Beispiel die Aussagen zum Ausbildungsmarkt, der im 1. Quartal 2009 deutlich von der Wirtschaftkrise gekennzeichnet war. Während in fast allen Ausbildungsbereichen weniger bis deutlich weniger Ausbildungsplätze angeboten wurden, konnte der medizinische und soziale Bereich sogar einen erheblichen Anstieg vermelden. Die Einschätzungen gehen dahin, dass dieser Trend sehr nachhaltig auch in den nächsten Jahren noch spürbar sein wird. Schulabgänger sollten also bei vorhandener Interessenlage diesen Bereich stärker bei ihrer Entscheidungsfindung berücksichtigen. Hierbei gibt es auch keine deutlichen regionalen Unterschiede.

Die Einschätzungen der Studie der WBS-Training AG stimmen somit mit den Einschätzungen der Bundesagentur für Arbeit und der Bundesregierung überein, die einen hohen und steigenden Fachkräftebedarf in Altenpflege, Bildung und Erziehung sieht. Dazu passt auch, dass in vielen Bundesländern die restriktive Einstellungspraxis bei Schulen und Kindergärten schon längere Zeit in forcierte Bewerberakquise transformiert wurde.

Demgegenüber ist der kaufmännische Bereich (Kaufleute der verschieden Ausrichtungen, aber auch IT-Fachkräfte, Kaufleute im Dienstleistungsbereich) gegenwärtig durch eine starke Ausbildungszurückhaltung gekennzeichnet. Die Studie findet die Entscheidungen der Unternehmen allzu kurzfristig angelegt, denn dieser Bereich wird langfristig als sehr positiv eingeschätzt. Hier wirken sich Überlegungen zum allgemeinen Trend der Dienstleistungsorientierung aus, die seit Jahrzehnten ungebremst ist. Rationalisierungspotentiale (wie vielerorts befürchtet) sind hier bisher nicht wirksam geworden, die Ausbildungsplatzpolitik wird in zurückhaltender Form als allzu kurzfristig konjunkturbedingt eingeschätzt. Für Schulabgänger, die starkes Interesse an diesem Bereich haben, erfordert die gegenwärtige Situation ein hohes Maß an Geduld. Da für diesen Bereich die Qualifikationsanforderungen ständig im Steigen begriffen sind, sollten diese Interessenten darüber nachdenken, die Durststrecke bis zum Abschluss eines Ausbildungsvertrages zur Verbesserung ihrer allgemeinbildenden oder berufsfeldbezogenen Qualifikationen zu nutzen.

Auch im Bereich der akademischen Jobangebote zeigen sich deutliche Auswirkungen der Wirtschaftskrise, mit ca. einen Viertel weniger Stellenangeboten. Besonders drastisch hat es die Ingenieure getroffen, was wieder mal bestätigt, dass die Produktion (und nicht der Dienstleistungsbereich) am sensibelsten auf die Krise reagiert. Mit Verweis auf einen Bericht des Handelsblatts wird aber betont, dass der langfristige Trend des Ingenieurmangels in Deutschland noch wirksam ist.

Für die kommenden Monate erwarten die Autoren der Studie der WBS-Training AG eine Steigerung der Stellen-Angebote im Bereich des Online-Handels. Gerade die Krise steigert die Chance für Nischen-Marketing und hier gibt es bei den Unternehmen noch viel Nachholbedarf. Interessant ist auch das Resümee der Autoren zu strukturellen Unterschieden zwischen Ost und West. Man sieht einen Strukturvorteil Ost, denn die Stellenlage sei hier durch die Krise vergleichsweise geringer eingeschränkt worden als im Westen.

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