Stipendium nicht nur für privilegierte Studenten

In Deutschland gibt es das Vorurteil, das man nur an ein Stipendium für die Uni-Ausbildung kommt, wenn man über gute Beziehungen verfügt und bereits in der Schule exzellente Noten aufweisen kann. Gegen dieses Vorurteil hilft es dann kaum, wenn durch die Politik versucht wird, die Begabten-Förderung mittels Stipendium auch für breitere Schichten wirksam zu machen. Nun zeigt ein Artikel der taz auf, dass ein Stipendium nicht nur für Überflieger unter den Studenten erreichbar ist.

Dass das Vorurteil, dass nur privilegierte Studenten zu einem Stipendium kommen, auch unter den Studenten weit verbreitet ist, zeige eine Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach. Jeder dritte Student wisse nicht, wie er an Informationen zur Erlangung eines Stipendiums kommen kann.

Dabei gibt es an der Uni eine Vielzahl von Ansprechpartnern der Studienstiftung und der politisch-gewerkschaftlichen Stiftungen, die in den Vorlesungsverzeichnissen auch häufig aufgeführt werden. Möglicherweise gibt es hier aber Hemmschwellen, um auf diese Personen zuzugehen.

Die taz berichtet auch darüber, dass eine Bewerbung für ein Stipendium bei diesen Stiftungen mit viel Aufwand verbunden ist. Studenten aus nicht akademischen Haushalten hätten hier Schwierigkeiten, die richtige Begründung für ein Stipendium geschickt genug zu formulieren. Der blog.betriebsrat.de weist darauf hin, das bereits bei der Studienentscheidung eine sehr starke soziale Differenzierung bestimmend sei; obwohl dies nicht an der Intelligenz liege.

Meist erwarten die Stiftungen von den Studenten, die gefördert werden wollen, ein soziales, politisches oder gewerkschaftliches Engagement im Umfeld der Stiftung; es fällt wohl einigen Studenten schwer, ihr durchaus vorhandenes Engagement entsprechend den Förderrichtlinien zu charakterisieren. Rüdiger Schulze, der Leiter der Allensbach-Studie, weist aber darauf hin, dass die Stiftungen sich in einem Öffnungsprozess befinden: Stipendien seien „… nicht nur etwas für eine kleine Elite. Es reicht auch, wenn man in der Feuerwehr ist oder im Sportverein.“ (Zitat aus dem oben verlinkten taz-Artikel).

Insbesondere Studenten in den Anfangssemestern sollten sich also die Richtlinien zur Erlangung eines Stipendiums über das Internet besorgen und überlegen, wie sie ihren bisherigen Lebenslauf und ihr gegenwärtiges Engagement am besten damit synchronisieren können. Per Kontakt mit einem Hochschullehrer können dann diese Anforderungen konkretisiert werden. Damit ist zwar deutlich geworden, dass immer noch viel Aufwand zu leisten ist, bevor man ein Stipendium ausgezahlt bekommt, aber dieser Aufwand lohnt sich, denn mit einem Stipendium kann man wesentlich unbelasteter die Uni zum Schwerpunkt seiner Arbeit erklären.

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