Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur demographischen Entwicklung und beruflicher Ausbildung

Eine nun veröffentlichte Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung befasst sich mit der Zukunft der beruflichen Ausbildung. Dabei werden vier zentrale Trends herausgearbeitet, die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten bestimmend sein werden:

  • der Wandel der Arbeitswelt hin zur Dienstleistungsgesellschaft
  • die demographische Entwicklung mit schrumpfender Bevölkerungszahl
  • die weitere Globalisierung mit neuen Herausforderungen für Unternehmen und Arbeitskräfte
  • technologische Entwicklungen, die Tätigkeitsfelder und Branchen umfassend verändern.

Aus diesen allgemeinen Trends werden dann verschiedene Veränderungen abgeleitet, die für die betriebliche Ausbildung und weitere Ausbildungsangebote prägend sein werden.

So wird die Zahl der Jugendlichen, die für betriebliche Ausbildungen zur Verfügung stehen, bis 2030 um etwa 20 % abnehmen. Die Betriebe werden dann verstärkt Jugendliche übernehmen müssen, die bisher weniger Chancen für eine fundierte Berufsausbildung hatten. Die Anforderungen für die betrieblichen Ausbilder steigen an. Die Studie geht auch davon aus, dass die Angebote an Ausbildungsplätze auf dem gleichen Niveau wie bisher bleiben.

Die geringere Bereitschaft für betriebliche Berufsausbildungen hängt mit dem Trend zu universitären Ausbildungen (Hochschulen und Fachhochschulen) eng zusammen. Zwar gebe es noch starke Schwierigkeiten bei der Gestaltung des Bologna-Prozesses (Bachelor- und Masterabschlüsse), doch die Forscher gehen davon aus, dass diese Differenzierung die Attraktivität der Uni-Abschlüsse erhöht. Man kann dann auch schneller zu einem erfolgreichen Abschluss kommen.

Für die Bildungsanbieter im beruflichen Fort- und Weiterbildungsmarkt ergeben sich bis 2030 erhebliche Anpassungs- und Modernisierungsanforderungen. Während hier kurzfristig noch Kapazitäten aufgebaut werden, muss längerfristig mit einen Rückbau der Infrastruktur gerechnet werden. Es kommt auch zu einer weiteren Zentralisierung: Jugendliche und andere Mitarbeiter werden für Weiterbildungsmaßnahmen größere Wege einplanen müssen. Die Angebote werden detaillierter und müssen damit auch größere Regionen ansprechen. Die Experten rechnen auch damit, dass einige Anbieter aus dem Markt ausscheiden und dass andere Anbieter erhebliche Verschiebungen ihres Angebotsprofils vornehmen müssen.

Alle Trends bündeln sich hin zum Begriff Europa. Die Experten halten dem einheitlichen europäischen Bildungsraum bis 2030 für erreichbar.  Die Vergleichbarkeit und wechselseitige Anerkennung der beruflichen Qualifikationen hat schon begonnen und wird sich in den nächsten Jahren verstärken. Immer mehr EU-weite Vorgaben sorgen für eine hohe Vergleichbarkeit der Ausbildungen und zur Möglichkeit grenzüberschreitender Weiterbildung.

Weitere Ergebnisse der Studie findet man in http://www.bmbf.de/pub/auswirkungen_demografische_entwicklung_berufliche_ausbildung.pdf

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