Studiengebühren und Steuern

Die meisten Bundesländer in Deutschland erheben Studiengebühren von ihren Studenten, das sind mehr als 1.000 Euro pro Jahr. Für private Unis sind noch erheblich mehr an Studiengebühren zu zahlen. Diese Studiengebühren sind eine Belastung für die Studenten bzw. ihre Eltern, falls diese noch die Studiengebühren bezahlen müssen. Deshalb ist es naheliegend zu fragen, ob denn nicht die Studiengebühren von den Steuern freigestellt werden können. Hierzu hat der Bundesfinanzhof in München vor kurzem eine wichtige Entscheidung getroffen, die vor allen für Eltern interessant ist, die die Studiengebühren für ihre Kinder zahlen und die gerne davon die Einkommens-Steuern reduzieren möchten.

Zahlt der Student selbst die Studiengebühren, dann kann er diese direkt von seinen Steuern absetzen, vorausgesetzt er zahlt überhaupt Einkommenssteuer, was meist erst ab einem Einkommen von mehr als 8.000 Euro pro Jahr relevant ist. Beim selbst zahlenden Studenten gehören die Studiengebühren zu den Fortbildungskosten, für die unter bestimmten Umständen eine Anrechnung auf das Einkommen zur Verminderung der Steuern möglich ist. Denkbar ist eine Deklaration der Studiengebühren zur Verminderung der Steuern als Sonderausgaben oder Werbungskosten. Meist ist es vorteilhafter, die Studiengebühren zunächst als Werbungskosten zu deklarieren, was aber nicht bei allen Finanzämtern ohne Probleme möglich ist. Es muss für die Werbungskosten-Reduzierung der Steuern nämlich ein enger Zusammenhang mit der aktuellen beruflichen Situation hergestellt werden.

Zahlen die Eltern die Studiengebühren für ihre Kinder und möchten diese von den Steuern absetzen, dann kommen hierfür nur die Deklaration der Studiengebühren als außergewöhnliche Belastungen in Frage. Doch der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass Studiengebühren keine außergewöhnlichen Belastungen sind – Aktenzeichen VI R 63/08 – also nicht zur Verminderung der Steuern genutzt werden können.

Studiengebühren könnten deshalb nicht von den Eltern bei den Steuern absetzt werden, weil denen über das Kindergeld bzw. den Kinderfreibetrag bereits Geld vom Staat zur Verfügung gestellt worden ist. Ob aber die Schlussfolgerung Franks vom uni-blog trägt, dass die Eltern dann Studiengebühren von der Steuer absetzen können, wenn sie keine Kinderunterstützung vom Staat (mehr) bekommen, halte ich für fraglich. Förderung staatlicher Bildungspolitik sollte direkt den Ausbildungseinrichtungen zu Gute kommen und nicht über die individuelle Förderung einzelner gut verdienender Eltern erfolgen. Entlastungen bei Steuern nach hohen Studiengebühren machen für mich keinen Sinn.

2 Antworten auf „Studiengebühren und Steuern“

  1. Unsinn, nur noch zwei Länder halten daran fest: Bayern und Niedersachsen. Hamburg und BaWü wollen abschaffen und Nrw hat es bereits beschlossen. Sind maximal 5 von 16 Bundesländern in Deutschland. Wo ist der Fehler?

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