Werbungskosten für Studenten

Wer studiert und arbeitet, der kann wie jeder andere Arbeitnehmer arbeitsbezogene Kosten als Werbungskosten bei der Steuer geltend machen. Allerdings gibt es für die Kosten des Studiums, die steuermindernd als Sonderausgaben geltend zu machen sind, eine Obergrenze nach § 10 Einkommenssteuergesetz: 4.000 Euro pro Jahr können von Studenten hier für die Berufsausbildung abgesetzt werden. Das reicht in vielen Fällen nicht aus und deshalb wäre es für Studenten interessant, diese Berufsausbildungskosten in unbegrenzter Höhe als Werbungskosten abzusetzen. Nun zeichnet sich die Möglichkeit ab, dass der Bundesfinanzhof die gesetzliche Obergrenze für die Anrechnung bei den Werbekosten für Studenten als unzulässig kennzeichnet. Studenten, die von einer möglichen Änderung der Rechtslage profitieren wollen, können bereits jetzt bei der Einkommenssteuererklärung dafür etwas tun.

Hinweise auf diese Veränderungen der steuerlichen Berücksichtigung von Werbungskosten für Studenten kommen von der Stiftung Warentest, die den entsprechenden steuerlichen Musterfall einer Studentin vor dem Bundesfinanzhof im Auge behält. Diese Studentin hatte deutlich höhere Kosten für das Studium als die vorgesehenen 4.000 Euro pro Jahr und machte diese Werbungskosten auch als Verluste in der Einkommenssteuererklärung geltend. Solche Verluste werden auf die Folgejahre übertragen, so dass dann auch Einnahmen steuerfrei gestellt werden können, die nach dem Studium entstehen.

Wenn ein Student gegenwärtig (bzw. in den Vorjahren, für die noch keine Steuererklärung abgegeben wurde) deutlich höhere Werbekosten fürs Studium hat, dann kann er diese auch als Werbekosten in der Einkommenssteuererklärung deklarieren. Auch Studenten können prüfen, ob nicht eine ausführliche Einkommenssteuererklärung für sie sinnvoll ist. Alle Belege über Werbekosten sollten gut aufgehoben werden, denn es ist davon auszugehen, dass das Finanzamt zunächst nur den Höchstbetrag von 4.000 Euro für die Berufsausbildung als Sonderausgaben anerkennt. Kommt ein entsprechender Bescheid, dann kann man Widerspruch einlegen und sich auf das laufende Verfahren vor dem Bundesfinanzhof(Aktenzeichen VI R 7/10) beziehen.

Beruf & Bildung

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