Wie die Arbeitgeber im Web 2.0 aktiv werden

Viele Arbeitgeber sind bisher sehr traditionell aufgestellt, wenn es um die Jobvergabe geht. Den neuen Trend zum „Web 2.0“ wird bisher eher negativ gedeutet. Web 2.0 bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das Internet verstärkt von ganz normalen Usern benutzt wird, um sich darzustellen. Sei es nun der eigene Blog, sei es nun die Fotogalerie über Flickr oderseinen es die mehr oder weniger aussagekräftigen Profile der sozialen Netzwerke von Facebook bis zu XING.

Arbeitgeber und Web 2.0 wird von den meisten Interessenten sehr defensiv verstanden. Man soll sich als Bewerber dagegen wappnen, dass der Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch einen mit Tatsachen konfrontiert, die eher peinlich sind. Wie man sich offensiv mit den Möglichkeiten zur Bewerbung im Web 2.0 beschäftigt, hat Svenja Hofert deutlich gemacht.

Dass die Arbeitgeber auf den Plattformen des Web 2.0 selbst aktiv werden, um Marketing für ihre Personalauswahl zu machen, ist bisher weniger stark beobachtet worden.  Doch nun hat die Wirtschaftswoche darauf aufmerksam gemacht, das dieser Trend gerade bei führenden Unternehmen immer mehr greift. So hat man in letzter Zeit verstärkt den Microblogging-Dienst Twitter genutzt, um auf sich als guter Arbeitgeber aufmerksam zu machen. Es geht im Wesentlichen darum, die Bekanntheit und Akzeptenz des jeweiligen Arbeitgebers als Marke im Personal-Marketing wirksam zu machen. Das schöne Stichwort lautet hier: Employer Branding. Allerdings bemängelt die Wirtschaftswoche, dass die Arbeitgeber immer noch sehr im traditionellen Marketing verhaftet bleiben. Web 2.0 das bedeutet eine offene und echte Auseinandersetzung mit Ansprechpartnern und Interessenten. Herkömmliches Marketing ist hier eher verfehlt. Employer Branding für die Arbeitgeber im Web 2.0 könnte nur funktionieren, wenn die Kommunikation echt und personalisiert erfolgt: authentisch um hier ein Lieblingswort der Szene zu verwenden.

Die Angst vieler Aktiver des Web 2.0, dass man ihnen ihre Verhaltensweisen im Arbeitgeber-Gespräch bei der Einstellung vorhalten würde, scheint hingegen unangebracht zu sein, wie die Süddeutsche Zeitung deutlich machte. Angesichts mehrerer Umfragen und Untersuchungen zum Auswahlverfahren der Personalverantwortlichen bei den Arbeitgebern scheint deutlich zu sein, dass diese bisher das Web 2.0 noch nicht so recht entdeckt haben. Wenn überhaupt, dann werden nur die seriösen Plattformen des Web 2.0 gelegentlich genutzt und hierbei stößt man als Arbeitgeber eher selten auf problematische Bilder, Filme und Texte.

Sollte man als Bewerber für Jobs bei interessanten Arbeitgebern also das Web 2.0 vergessen?

Eher nicht, denn der Trend, den nicht nur die Wirtschaftswoche festgestellt, dass Arbeitgeber stärker das Web 2.0 nutzen, wird sich wohl in den nächsten Jahren deutlich verstärken. Und es werden auch immer jüngere Kräfte bei der Personalauswahl der Arbeitgebermitwirken, die sich schon länger im Web 2.0 bewegt haben. Da der Aufbau einer Online-Reputation ein langfristiges Projekt ist, sollte man also als Bewerber im Web 2.0 jetzt aktiv werden, um für zukünftige Auswahlverfahren der Arbeitgeber gut positioniert zu sein.

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