Wie können an- und ungelernte Mitarbeiter im Betrieb qualifiziert werden?

Unternehmen stehen gerade in Zeiten der Krise unter starkem Innovationsdruck. Zwar gäbe es bessere Chancen, Mitarbeiter von Konkurrenzunternehmen oder aus den unbeschäftigten Arbeitskräftepotential zu gewinnen, doch wesentlich effektiver könnte die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter sein.

Zum einen weil diese schon in die betrieblichen Arbeitsabläufe integriert sind, zum anderen weil die Arbeitgeber schon einen Eindruck von deren Kompetenz und Weiterbildungsmöglichkeiten gewinnen konnten.

Deshalb wäre es für viele Arbeitgeber attraktiv, an- und ungelernte Mitarbeiter im eigenen Betrieb weiter zu qualifizieren. Hierfür können die Ausbilder eingesetzt werden, die schon eine Ausbildereignungsprüfung in dem entsprechenden Berufsfeld nachgewiesen haben. Fehlende Fachbereiche können durch externe Berufsausbildungs-Dozenten abgedeckt werden. Aber auch die zeitweise (bezahlte oder unbezahlte) Freistellung der Mitarbeiter zur Teilnahme an zertifizierten Kursen von Weiterbildungsträgern ist denkbar. Unter Umständen kann der Betrieb hier staatliche Förderinstrumente nutzen, die eine Weiterbezahlung ermöglichen, ohne dass dem Betrieb hierfür Kosten entstehen.

Die berufsbegleitende Weiterbildung an- und ungelernter junger Erwachsener bietet Lösungen zur Deckung des Personalbedarfes nach der Krise: Dabei können die schon angestellten an- und ungelernte Mitarbeiter weiterqualifiziert werden, um diese mit mehr Flexibilität auf erweiterte Qualifikationsanforderungen auszurichten, wobei die schon vorhandenen praktisch nachvollziehbare Qualifikationspotentiale genutzt werden. Es ist aber auch denkbar, das gezielt Neueinstellungen von gering Qualifizierten vorgenommen wird, um von vorneherein geplant, die Höherqualifizierung und den betrieblichen Einsatz parallel zu gestalten. Auch hierfür gibt es staatliche Förderinstrumente.

Berufsbegleitende Nachqualifizierung an- und ungelernter Mitarbeiter orientiert sich daran, dass parallel zur betrieblichen Tätigkeit eine Berufsabschluss oder eine sonstige Qualifikation in einen nachvollziehbaren/zertifizierten Prozess erreicht wird. Neben innerbetrieblichen Fortbildungen ist auch vor allem an externe Maßnahmen zu denken, die von entsprechend spezialisierten Bildungsträgern angeboten werden. Für Betriebe kann diese Zusammenarbeit mit externen Trägern von Vorteil sein, da diese über viel Know-how verfügen, um die vielfältigen Finanzierungsmöglichkeiten für den Qualifikationsprozess durch Gelder aus staatlichen, europäischen oder sonstigen Programmen zu nutzen.

So können beispielsweise Zuschüsse zum Arbeitsentgelt an die Arbeitgeber über die Bundesagentur für Arbeit fließen, wenn die Betriebe dafür sorgen, dass Mitarbeiter ohne Berufsabschluss eine Qualifizierung bekommen. Dabei kann die Bundesagentur die Löhne ersetzen, die für die Teilnahme der Mitarbeiter an den Qualifizierungsmaßnahmen entstehen. Somit bekommt das Unternehmen kostengünstig höher qualifizierte Mitarbeiter, während für diese Höherqualifizierung ohne Lohnausfall möglich ist.

Die Vorteile den Betriebe liegen auch in den Möglichkeiten einer vorausschauende Personalentwicklung; denn nun werden betriebsinterne Qualifikationsreserven langfristig berechenbar ausgeschöpft. Zugleich kann sich die Qualifizierung an den Bedürfnissen
des jeweiligen Betriebes ausrichten. Durch eine modulare Gestaltung des Qualifizierungsprozesses
ist es jederzeit möglich, die Weiterbildung an betriebliche Veränderungen flexibel anzupassen.

Einen Überblick über finanzielle Förderungsmöglichkeiten bietet eine laufend aktualisierte Broschüre der Bundesagentur für Arbeit: http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Veroeffentlichungen/Geldleistungen/Was-Wieviel-Wer-SGBIII.pdf

Beruf & Bildung

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