Mediation und Rechtsschutzversicherung

Mediation ist bisher noch kein so gängiger Begriff in der Umgangssprache. Das könnte sich in den nächsten Jahren aber noch ändern, denn Mediation (im Sinne von Vermittlung der Streitparteien) wird zunehmend bei der juristischen Ausbildung zum Thema. Denn die Juristen haben erkannt, dass in vielen Fällen keine gerichtliche Streitigkeiten wirklich zur erfolgreichen Konfliktlösung führen. „Mediation und Rechtsschutzversicherung“ weiterlesen

Gegen Schlüsselverlust versichern

Vielen ist nicht klar, dass sie mit einem Schlüsselverlust ein erhebliches Kostenrisiko tragen. Relevant ist der Schlüsselverlust aber nur, wenn es sich um einen Schlüssel handelt, dessen Schlüsselverlust nicht nur das Auswechseln eines Schlosses nach sich zieht. So kann der Schlüsselverlust die Notwendigkeit nach sich ziehen, dass eine komplette Schließanlage ausgewechselt werden muss. Gerichte haben entschieden, dass nach dem Schlüsselverlust eines Generalschlüssels der Vermieter einer Gewerbeimmobilie die Kosten für den komplette Schlüsselersetzung einer Vielzahl von Räumen, vom Verantwortlichen für den Schlüsselverlust verlangen kann. „Gegen Schlüsselverlust versichern“ weiterlesen

Genussschein und Unternehmensanleihen: Risiken und Chancen

Seit dem Beginn der Finanzkrise 2008 haben sich viele Anleger von riskanteren Wertpapieren abgewandt und viel Geld in sehr sichere Staatspapiere investiert. Allerdings hat dieser Trend zusammen mit anderen Faktoren dazu geführt, dass die Verzinsung für sichere Staatspapiere (beispielsweise Bundesschatzbriefe) sehr niedrig ausfallen. Deutlich bessere Renditen sind gegenwärtig mit dem Genussschein oder den Unternehmensanleihen möglich. Allerdings haben Genussschein und Unternehmensanleihe spezielle Risikoprofile, die man beim Investment mitdenken muss. „Genussschein und Unternehmensanleihen: Risiken und Chancen“ weiterlesen

Günstige Ratenzahlung gegenüber Versicherung einfordern

Viele Verbraucher, die glauben eine günstige Versicherung abgeschlossen zu haben, zahlen oft die Beiträge zur Versicherung in monatlichen oder vierteljährlichen Raten und haben sich noch wenig Gedanken darüber gemacht, dass sie dann meist mehr Geld als nötig pro Jahr für ihre scheinbar günstige Versicherung zahlen. Denn die Versicherungsgesellschaft nimmt meist einen Zuschlag, wenn die jährliche Zahlung für die Versicherung in mehrere günstige Raten aufgespalten wird. Dies betrifft praktisch alle Arten von Versicherung: Ob Lebens-, Sach- oder auch Kfz-Versicherung, für die günstige Ratengestaltung muss man als Versicherungsnehmer meist hohe Zuschläge zahlen.

Nun ist es zu einer bisher wenig beachteten Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) gekommen, die darauf hinausläuft, dass ein solcher Zuschlag zur Zahlung an die Versicherung nicht gerechtfertigt war und ist, wenn nicht der effektive Jahreszins für die Mehrkosten der Raten- oder Teilzahlung angegeben wurde. (Weitere Infos und Aktenzeichen des BGH-Urteils in einem Artikel des Banktipps über die günstige Regelung der Ratenzahlung bei einer Versicherung.)

Kernpunkte für eine günstige Regelung der Raten-Zahlung an die Versicherung: Der effektive Jahreszins muss angegeben werden und sollte im Regelfall höchstens bei 4 % liegen.

Rechts- und Versicherungs-Experten vom cllb-Blog deuten an, dass bis zu 15 oder mehr Mrd. Euro Nachforderungen durch eine günstige Regelung zur Ratenzahlung der Versicherung entstehen könnten. Interessant ist auch der Hinweis der Rechtsexperten, dass das günstige Urteil im Interesse der Versicherungsnehmer im Wesentlichen auf die fehlenden Angaben des effektiven Jahreszinses zurück gehen. Forderungen der Kunden der Versicherung könnten auch jahrelang zurückreichen, um die überhöhten Zahlungen für die scheinbar günstige Versicherung geltend zu machen.

Relevant ist die Forderung einer günstigen Neuberechnung der Raten gegenüber der Versicherung bei vielen Versicherungs-Arten, nicht jedoch bei einer private Kranken-Versicherung und einer Versicherung, die sowieso mit monatlichen Ratenzahlungen arbeitet. Die Summe der Zahlungen an die jeweilige Versicherung sollte auch pro Jahr mindestens 200 Euro ausmachen, denn nur in dieser Höhe gibt es einen Anspruch auf die Angabe des effektiven Jahreszinses.

Wer von der neuen Lage im Sinne einer günstigen Regelung der Ratenzahlung für die Versicherung profitieren will, der sollte umgehend die einzelne von ihm abgeschlossene Versicherung prüfen, ob denn Ratenzahlung erfolgte, ob diese Summe dieser Raten für die Versicherung höher war, als die Jahreszahlung und ob die Versicherung für diese Mehrzahlungen einen effektiven Jahreszins angegeben hat.

Das wird in vielen Fällen dazu führen, dass man Ansprüche auf eine günstige Neuberechnung der Raten begründen und zudem Nachforderungen an die Versicherung einfordern kann. Die Verbraucherzentrale Hamburg bietet, um diese günstige Neuberechnung gegenüber der Versicherung zu verlangen, einen Musterbrief Rückforderung von Teilzahlungszuschlägen als Formulierungshilfe an.

Mit einem Brief auf dieser Basis hat man einen Ansatzpunkt, um bei Ratenzahlung eine günstige Regelung der Zahlungen an die Versicherung einzufordern und sogar noch hohe Rückzahlungsbeträge als Gutschrift von der Versicherung zu verlangen.

Entschädigung nach Flugverspätung

Auch Fluggäste haben genauso wie Bahnfahrer Anspruch auf eine Entschädigung, wenn eine deutliche Verspätung eingetreten ist. Mit dem Thema Entschädigung nach Bahn-Verspätung, habe ich mich schon vor einiger Zeit befasst. Jetzt greife ich die Frage der Entschädigung nach Flugverspätung auf, weil der Bundesgerichtshof (BGH) nun sehr fluggastfreudliche Urteile zur Entschädigung nach Fluggastverspätung getroffen hat: Aktenzeichen Xa ZR 95/06.

Der BGH hat aber nur das bekräftigt, was bereits der Europäische Gerichtshof (EuGH) letztes Jahr festgelegt hat: Es ist zulässig, dass ein europaweit einheitlich hohe Pauschal-Entschädigung für die Flugverspätung von mehr als 3 Stunden zu zahlen ist: „Entschädigung nach Flugverspätung“ weiterlesen

300 Euro-Stipendium: das neue „nationale Stipendiensystem“?

Die Regierungsübernahme der schwarz-gelben Koalition in Berlin wurde bei der Bildungspolitik durch studentische Proteste kontrastiert, die vor allem an der Verschulung durch die neuen Bachelor-Studiengänge Kritik übten. Wenig beachtet wurde daher, dass die neue Regierung deutliche Verbesserung bei der materiellen Studienförderung versprach.

Hierzu gehören BAföG-Erhöhungen, aber auch eine neue Idee. Ein nationales Stipendiensystem soll mittels 300 Euro- Stipendium gezielt die leistungsstarken Studenten fördern, ohne Berücksichtigung von deren sonstigen finanziellen Hintergründen. Das würde bedeuten, dass alle Studenten unabhängig vom Einkommen der Eltern oder von eigenen Einnahmen zusätzlich ein 300-Euro-Stipedium pro Monat erhalten, wenn sie eine entsprechende Leistung ihrer Hochschule gegenüber nachweisen können. Allerdings gibt es gegen ein solches nationales Stipendiensystem starke Vorbehalte aus sozialpolitischer Sicht. Die Umsetzung des Projektes zum 300-Euro-Stipendium ist auch an viele Mitverantwortliche gebunden, so dass der geplante Termin für das 300-Euro-Stipendium als neues nationales Stipendiensystem im Oktober 2010 mehr als fraglich ist. „300 Euro-Stipendium: das neue „nationale Stipendiensystem“?“ weiterlesen

Bundesfinanzhof unterstützt Freiberufler der IT gegenüber dem Finanzamt

Ein Freiberufler hat viele Vorteile gegenüber dem Finanzamt, im Vergleich zu seinen Kollegen, die als Gewerbetreibende eingestuft werden. Da wäre zunächst an die Gewerbesteuer zu denken, zu denen die Gewerbetreibenden regelmäßig herangezogen werden. Freiberufler sind hingegen von der Gewerbesteuer befreit. Zwar kann ein Gewerbetreibender diese Steuer gegenüber anderen Steuern anrechnen, aber als Freiberufler hat man den Vorteil, dass man erst gar keine Gewerbesteuer abführen muss. „Bundesfinanzhof unterstützt Freiberufler der IT gegenüber dem Finanzamt“ weiterlesen

Aufhebungsvertrag und Abfindung richtig nutzen

Relativ viele Betriebe haben trotz Krise erklärt, dass sie auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten wollen. Zum einen weil sie mit Kurzarbeit die Produktionsausfälle abfedern können, zum anderen weil sie mit den Interessenvertretungen der Mitarbeiter Vereinbarungen getroffen haben, die solche Kündigungen ausschließen.

Trotzdem kann es vorkommen, dass der Betrieb in bestimmten Bereichen Arbeitsplätze abbauen muss; in diesem Fall wird häufig auf einen Aufhebungsvertrag als Option zurückgegriffen, der meist mit einer Abfindung gekoppelt ist. Der Unterschied zwischen Aufhebungsvertrag und Kündigung ist rechtlich von erheblicher Bedeutung. Denn ein Aufhebungsvertrag ist eine zweiseitige Willenserklärung, kommt also nur einverständlich zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter zustande. Demgegenüber ist die Kündigung eine einseitige Willenserklärung des Arbeitgebers, gegen die man auch rechtliche Kontrollmöglichkeiten (Arbeitsgerichtsverfahren) hat. Für viele Mitarbeiter wird aber der Aufhebungsvertrag eng mit einer möglichen Kündigung verknüpft, den es wird in vielen Fällen direkt oder indirekt die Kündigung als Alternative zum Aufhebungsvertrag kommuniziert. „Aufhebungsvertrag und Abfindung richtig nutzen“ weiterlesen

Heizkostenverordnung: Änderungen für Vermieter und Mieter

Die gegenwärtig andauernde kalte Winterzeit, lässt für die zukünftige Heizkostenabrechnung für Vermieter und Mieter wenig Gutes erwarten. Deshalb wird es interessant werden, wie bei der nächsten Heizkostenabrechnung die neu gestaltete Heizkostenverordnung wirksam werden wird. Der Gesetzgeber hat bereits zum 1.1.2009 eine neue Heizkostenverordnung geschaffen, die aber wegen Übergangsvorschriften erst jetzt Zug um Zug relevant werden wird. Einige Regelungen sind in ihrer Wirksamkeit nämlich erst für den 1.1.2013 konzipiert.

Die Heizkostenverordnung (offizielle Bezeichnung: Verordnung über die verbrauchsabhängige Abrechnung der Heiz- und Warmwasserkosten) ist eine relativ wichtige Regelung zum Mietrecht, weil sie die Rechte der Vertragsparteien beschränkt, die Verteilung der Kosten für Heizung und Warmwasser frei festzulegen. Die Heizkostenverordnung gilt in weiten Teilen auch für Eigentümer von Eigentumswohnungen. Fast Immer dann, wenn mehrere Haushalte unter einem Dach sich befinden und keine wirklich getrennten Systeme von Heizung und Warmwasseraufbereitung vorliegen, ist die Heizkostenverordnung anzuwenden. „Heizkostenverordnung: Änderungen für Vermieter und Mieter“ weiterlesen

Schönheitsreparaturen: Bundesgerichtshof schränkt Vermieter-Rechte erneut ein

Schönheitsreparaturen wären eigentlich nach dem Mietrecht Aufgabe des Vermieters, denn er stellt die Wohnung und ist für den Zustand des Mietobjekts verantwortlich. Herausgebildet hat sich aber die Praxis, dem Mieter regelmäßige Renovierungen seiner Wohnung durch den Mietvertrag als Verpflichtung aufzuerlegen. Generell ist die Praxis der Renovierungspflichten auch nicht unzulässig, der BGB hat lediglich verschiedene Gestaltungen der Renovierungspflichten als unzulässig bestimmt. Diese Renovierungspflichten werden üblicherweise unter dem Begriff Schönheitsreparaturen abgehandelt.

Generell besteht die Linie des BGB darin, dass er zwar die Übertragung der Schönheitsreparaturen auf den Mieter als zulässig ansieht, sehr kritisch aber jede „unangemessene Benachteiligung“ bei der vertraglichen Festlegung von Schönheitsreparaturen bewertet. „Schönheitsreparaturen: Bundesgerichtshof schränkt Vermieter-Rechte erneut ein“ weiterlesen

Name, Bewerbungen und Referenzen

Dass der eigene Name bei Bewerbungen wichtig sein könnte, war schon immer so mein Gefühl. Denn der Name ist zugleich ein guter Ersatz bzw. eine gute Ergänzung für Referenzen. Hier sind scheinbar die von Vorteil, die ein „von“ als Name verwenden dürfen. Ein weiterer Pluspunkt dürfte auch sein, wenn man als Name bei einer Bewerbung den Namen nehmen kann, der mit der Profession oder dem Business verbunden wird. Dann wird man gleich beim Einstellungsgespräch gefragt, ob man mit der Person dieses Namens verwandt ist.

Wenn man aber, so wie ich als Name nur den Allerweltsnamen Meyer verwenden muss, dann scheint das wohl kaum vom Vorteil für Bewerbungen zu sein. Man kann sich höchstens ausrechnen, dass der Personaler bei der Suche im Internet beim Allerweltsnamen Schwierigkeiten mit der Findung von Referenzen haben wird. „Name, Bewerbungen und Referenzen“ weiterlesen

Hartz IV und Existenzminimum

Das Bundesverfassungsgericht hat am 9.2.2010 festgestellt, dass die gegenwärtigen Hartz IV Zahlungen verfassungswidrig sind, weil nicht nachvollziehbar ist, dass diese das Existenzminimum der Hart IV Empfänger ausreichend sichern. Allerdings hat sich das Gericht nicht dazu geäußert, in welcher konkreten Höhe ein Existenzminimum für verfassungsgemäße Hartz IV Zahlungen liegen müsste. Das Verfassungsgericht sagt lediglich, dass das Verfahren zur Bestimmung der Höhe der Hartz IV Sätze intransparent und willkürlich sei. Der Gesetzgeber muss nun in der vergleichsweisen kurzen Zeit bis 1.1.2011 ein neues und besseres Verfahren zur verfassungsgemäßen Bestimmung beim Existenzminimum für Hartz IV Zahlungen leisten.

Da sich aus diesem Hartz IV-Urteil keine unmittelbaren Verbesserungen für Hartz IV Empfänger ergeben und da diese auch rückwirkend nicht von bisher zu niedrigen Hartz IV Zahlungen profitieren können, bleiben die Reaktionen aus Politik und Publizistik zurückhaltend. Dabei wird aber übersehen, dass das Verfassungsgericht sehr grundlegende Aussagen zum Existenzminimum gemacht hat, die weit über die Hartz IV Gesetzgebung hinaus beachtliche Wirkung erzielen können.

Denn das Verfassungsgericht entwickelt bereit im ersten Satz seines Urteils zu den Hartz IV Zahlungen ein neues Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums und bezieht sich sehr allgemein auf den Artikel 1 (Menschenwürde) und den Artikel 20 (Sozialstaatsgebot) des Grundgesetzes. „Hartz IV und Existenzminimum“ weiterlesen

Wohnraumförderung durch die Bundesländer

Die Wohnraumförderung hat in Deutschland immer noch eine hohe Priorität, denn Wohnraumförderung sichert politische Stabilität. So ist denn auch nicht verwunderlich, dass die einzelnen Bundesländer unterschiedliche Werkzeuge der Wohnraumförderung nutzen, möglicherweise auch um Standortvorteile zu gewinnen. Besonders die ostdeutschen Bundesländer haben Schwierigkeiten, ihre Bevölkerungszahlen zu halten und so ist es nicht verwunderlich, dass dort die Wohnraumförderung einen besonderen Stellenwert hat. „Wohnraumförderung durch die Bundesländer“ weiterlesen

Logib-D: Gleichstellung beim Gehalt nach Software-Einsatz?

Nach wie vor werden Frauen beim Gehalt deutlich schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen. Es ist Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, dass hier eine Trendumkehr bei den Unterschieden im Gehalt stattfindet. Die neue Bundesfamilienministerin Kristina Köhler möchte nun mittels Software-Einsatzes diese Entwicklung fördern. Es geht dabei um die Software „Logib-D„, Software die geeignet sein soll, die Gehalts-Strukturen eines Unternehmens zu analysieren und damit aufzuzeigen, wo und wie stark Benachteiligung der Frauen beim Gehalt vorliegen.

Frau Köhler greift damit eine Idee auf, die bereits ihre Vorgängerin im Jahre 2009 auf den Weg gebracht hatte. „Logib-D: Gleichstellung beim Gehalt nach Software-Einsatz?“ weiterlesen

Bewerber-Rekrutierung: Neue Wege, um Auszubildende zu gewinnen

Gegenwärtig denken noch nicht viele Unternehmen daran, dass sich schon in wenigen Jahren der Markt für Auszubildende verändert. Bisher war es immer so, dass auf eine Vielzahl von Stellen für Auszubildende deutlich mehr interessierte Bewerber kamen, als Stellenbesetzungen nach der Rekrutierung möglich waren. Das wird sich aber schon in wenigen Jahren ändern. Denn es gibt immer weniger Auszubildende, während der Bedarf zur Rekrutierung annähernd hoch bleibt. „Bewerber-Rekrutierung: Neue Wege, um Auszubildende zu gewinnen“ weiterlesen

Stiftung Warentest testet Bankberatung in der Wirtschaftskrise

Vielen Bankkunden ist nicht ausreichend klar, dass der jeweilige Berater unter einer verzwickten Interessenlage steht. Einerseits möchte er den Kunden umfassend und kompetent beraten, anderseits bekommt er bzw. sein Arbeitgeber sehr unterschiedliche Provisionen, je nachdem welches Produkt der Kunde als Anlageform schließlich wählt.

Vielen Kunden ist auch schon aufgefallen, dass die Berater der Banken oder Sparkassen eine Vorliebe für die eigenen Produkte haben. Dies ist auch wenig überraschend, denn jedem muss klar sein, dass er bei einem Verkäufer kaum Tipps und Hinweise bekommt, wie er ein gutes Produkt bei einem anderen Händler bekommen kann. Allerdings herrscht bei einigen Kunden in Fragen der Anlage immer noch die Vorstellung, dass ihr Bankberater ein „Bankbeamter“ ist, der unabhängig von Interessenlagen zu beraten hat. Es gibt zwar unabhängige Berater; diese lassen sich aber ihre Leistung vergüten. Für den Kunden ist die übliche Bankberatung bei der Hausbank oder Sparkasse allerdings kostenlos. Deshalb sollte dem Kunden klar werden, dass diese umfangreiche und teure Beratung ja durch das Institut refinanziert werden muss. Hier sollte man gezielt nachfragen, eine zweite Meinung einholen oder sich durch Recherchen im Internet und über Verbraucherzeitschriften kundig machen.

Dass diese Überlegungen zur unguten Verquickung der Interlage der Banken mit der Interessenlage des Kunden auch faktisch ein Problem ist, hat Ende 2009 ein Test zur Qualität der Anlageberatung gezeigt, der auf der Website der Stiftung Warentest umfassend dokumentiert ist. Die für die Banken und Sparkassen nicht erkennbaren Testkunden gaben vor, 30.000 Euro für fünf Jahre sicher anlegen zu wollen und setzten als Zielmarge eine Rendite von 4 %. Damit stellten sie der jeweiligen Bankberatung ein kaum lösbares Problem, denn weder jetzt noch Ende 2009 war eine sichere Anlage mit einer so hohen Rendite möglich. Die Bankberatung hätte diesen Umstand deutlich werden lassen müssen. Dies ist nach Ansicht der Testauswerter keinem Institut gut gelungen. Nur drei von 21 Geldinstituten lösten die Aufgabe einigermaßen befriedigend. Die Testauswerter kritisierten vor allem, dass der jeweilige finanzielle Background des Kunden nicht angemessen abgefragt wurde. Hier hätten die Bankberater den Ansatzpunkt finden müssen, um dem Kunden klar vor die Entscheidung mehr Risiko oder mehr Sicherheit zu führen. Stattdessen wurden von einigen Geldanlageberatern nicht sehr sichere Aktienfonds oder gar unrentable private Rentenversicherungen empfohlen. Hier verweist die Testauswertung darauf, dass solcher (hier unzureichenden) Varianten der Gelderanlage des beratenden Instituts besonders viel Provision eingebracht hätte.

Die Bankberatung bei den deutschen Einrichtungen war bereits seit Beginn der Wirtschaftskrise Ende 2008 auch hierzulange sehr stark in die Kritik geraten. Denn durch diverse Pleiten hatten sich viele empfohlene Papiere als hochriskante Flops herausgestellt, die manche Kunden viel kosteten. Hochspekulative Anlagen zeigten über Nacht, dass diese Risiko auch tatsächlich eintreten kann, aber viele Kunden erklärten, dass dieses spekulative Moment ihnen nicht von der Bankberatung erklärt worden wäre. Der Gesetzgeber hat zwischenzeitlich darauf reagiert und von der Beratung bei Banken und Sparkassen mehr Transparenz und mehr Dokumentation verlangt.

Solarförderung: Wie ist auf eine Kürzung zu reagieren?

Wer jetzt noch zeitnah in die Nutzung der Sonnenenergie einsteigt, der kann nach wie vor von der Solarförderung profitieren, die staatlicherseits für innovative Energietechnik gegeben wird. Bereits im letzten Jahr hatte ich hier auf dir-Info darauf hingewiesen, wie lukrativ es für Hausbesitzer ist, auf die Solarförderung zu setzen. Diese Solarförderung ergibt sich aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Durch dieses Gesetz sind die Stromnetzbetreiber zur Solarförderung verpflichtet, denn sie müssen 43 Cent für neu eingespeisten Storm auf Basis von neu eingerichteten Solaranlagen zahlen. Der Hausbesitzer kann von der Solarförderung dadurch profitieren, dass er eine Solaranlage baut, die nicht nur ihm Energie einspart, sondern mit der er Solarstrom fürs öffentliche Netz bereitstellt. Jede Kilowattstunde, die er über den eigenen Verbrauch hinaus ausliefert, bringt ihm über die Solarförderung bares Geld in die Kasse. Die Solarförderung zahlt sich angesichts der gefallenen Preise für Solaranlangen schnell aus. Und der jeweils gültige hohe Kilowatt-Stundenpreis der Solarförderung gilt 20 Jahre.

Beim Bundesumweltministerium sieht man allerdings seit dem Regierungswechsel die Höhe der Solarförderung als kritisch an. Man möchte gerne an der Solarförderung festhalten, aber sie in der Höhe begrenzen, denn die 43 Cent für Solarstrom seinen nicht mehr nötig, um mittels Solarförderung die Motivation der Hausbesitzer zur Solarstromerzeugung aufrecht zu erhalten. „Solarförderung: Wie ist auf eine Kürzung zu reagieren?“ weiterlesen

Die KfW verbessert das Sonderprogramm für den Mittelstand

Die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist eine erste Adresse, wenn es um die Förderung von Investitionen geht, die durch längere Laufzeiten und niedrigere Zinsen unterstützt werden sollen. Bisher hatte man die KfW mehr mit Großinvestitionen und der Förderung alternativer Energien im Zusammenhang gesehen. Die Unterstützung des Mittelstandes bei der Unternehmens-Förderung wurde oft als nicht ausreichend empfunden.

Angesichts der aktuellen Krise hatte die Bundesregierung bereits im letzten Jahr Überlegungen angestellt, wie man hier den notwendigen Wachstumsprozess auch durch Mittelstands-Förderung besser unterstützen kann. Bereits Mitte Dezember 2009 hatte der Mittelstands-Blog darüber berichtet, wie man von Regierungsseite hier plant, der KfW mehr Spielräume bei dieser Mittelstands-Förderung zu geben.

Nun ist das Sonderprogramm Mittelstand auf der KfW-Website konkret nachvollziehbar dargestellt. Interessant könnte dieses neu gestaltete Sonderprogramm Mittelstand der KfW auch für Freiberufler sein. Ausgeschlossen sind hingegen Mittelstand-Unternehmen, die in einer Sanierungssituation stecken. Die Mittelstands-Firmen sollten gegenwärtig wettbewerbsfähig und eine positive Zukunftsperspektive vorweisen können.

Für konkrete Projekte können die Unternehmen aus dem Bereich Mittelstand Unterstützung bei der Kreditförderung mittels der KfW bekommen:

  • Es geht vor allem um Investitionen in Deutschland, die eine mittel- bis langfristige Finanzierung benötigen und von denen man erwarten kann, dass diese einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg zeitigen werden.
  • Leasinggesellschaften aus dem Bereich des Mittelstandes können für Betriebsmittel eine Finanzierung erhalten, wenn sie ihr Leasingneugeschäft neu beginnen. Anschlussfinanzierungen sind also bei dieser Art der Förderung durch die KfW ausgeschlossen.
  • Für Betriebsmittel (einschließlich Warenlager und sonstigem Finanzierungsbedarf) können ebenfalls Fördermittel über das KfW-Sonderprogramm für den Mittelstand erlangt werden.

Die Vorteile der Ausgestaltung des Sonderprogramms Mittelstand der KfW liegen in einer längeren Laufzeit und einer längeren Zinsbindung der Förderkredite. Damit können Unternehmen aus dem Mittelstand ihre Zukunftsprojekte auf eine längere und berechenbare Finanzierungsbasis stellen.

An die Förderung kommt das Mittelstands-Unternehmen über die eigene Bank, die auch ganz oder teilweise das Haftungsrisiko des Kredites tragen muss. Die KfW vergibt nicht selbst die Kredite, sondern sichert nur die Rahmenbedingungen der Kredite ab.

Es wird eine spannende Frage werden, ob und wie der Mittelstand die Verbesserungen beim Sonderprogramm der KfW annimmt und ob die hier zur Verfügung gestellten Gelder maßgeblich zum Konjunktur-Aufschwung beitragen können.

Bargeld am Geldautomaten wird noch teurer

Wenig beachtet wird beim Girokonto, welche Kosten entstehen, wenn man mal Bargeld braucht und nicht auf den gewohnten Geldautomaten in der Filiale zurückgreifen kann. Besonders hohe Kosten entstehen, wenn man im Ausland zur Bargeld-Beschaffung einen Geldautomaten nutzen will. Aber viele sind auch in Deutschland nicht unbedingt jederzeit in der Lage, zu einen Geldautomaten der eigenen Bank zu kommen, um Bargeld abzuheben. Den Wenigsten ist dabei bewusst, dass sie auch für kleine Beträge beim Bargeld abheben erhebliche Gebühren zahlen müssen, „Bargeld am Geldautomaten wird noch teurer“ weiterlesen