1-Cent-Überweisung in der Kritik

Wenn man eine Überweisung bekommt, die lediglich nur eine 1-Cent-Überweisung ist, dann kommt man ins Grübeln. Meist werden solche Überweisungen nur als Mittel der Überprüfung (Gültigkeit eines Kontos bzw. einer Online-Anmeldung) oder für kommunikative Zwecke eingesetzt. Letzteres umfasst Werbemaßnahmen, die darauf beruhen, dass man bei jeder Überweisung einen Text übermitteln kann. Nun sind solche 1-Cent-Überweisungen von Hilfsorganisationen in die Kritik der Verbraucherschützer gekommen.

Bereits vor mehr als einem Jahr warnte das Verbrauchschutzministerium nach einem Bericht des Magazins Spiegel vor der 1-Cent-Überweisung. Denn damit könnte man ausspähen, ob die Kontoverbindung existiere und sofern auf die Überweisung reagiert würde, auch die Identität des Kontoinhabers bestimmen. Dies erhöhe das Risiko, dass später diese Informationen zu betrügerischen Zwecken verwendet werden; beispielsweise um höhere Lastschriften vom Konto abzubuchen. Wie das z.B. aussehen kann, hat versicherung-in.de berichtet.

Die Methode der 1-Cent-Überweisung kann natürlich auch für gute Zwecke verwendet werden, so denkt man zumindest bei einigen Hilfsorganisationen, die im oben verlinkten Beitrag der Verbraucherschützer auch genannt wurden. Denn damit kann man die Adressdaten von Spendern bestimmen, um diesen eine Spendenquittung zukommen zu lassen oder um diese für weitere Spenden zu motivieren.

Dumm nur, dass in vielen Fällen bei Kleinspenden eine Spendenquittung gar nicht nötig ist, um vom Finanzamt eine Steuervergünstigung zu bekommen. Kritisch wird die Praxis der 1-Cent-Überweisung auch von Datenschützern gesehen, denn die Organisationen kommen auf diese Weise möglicherweise zu Daten, die der Spender ihnen ursprünglich bewusst nicht geben wollte. Und viele Spender von Kleinspenden haben weder das Interesse noch überhaupt die Möglichkeit, mit einer Spendenquittung etwas anzufangen.

Was sollte man als Verbraucher tun, wenn man eine 1-Cent-Überweisung bekommt? Man sollte sich sehr kritisch den Absender anschauen und gegebenenfalls bei seiner Bank nachfragen, wenn man hier Zweifel hat. 1-Cent-Überweisungen von sozialen Hilfsorganisationen kann man aber auch einfach ignorieren. Das sollte aber nicht als Begründung genutzt werde, diesen Hilfsorganisationen nicht mehr zu spenden. Denn für die jeweilige soziale Aufgabe braucht die Organisation auch Geld von motivierten Spendern.

Deutschland

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