Armutsberichts der Bundesregierung: Vermögensungleichheit gut versteckt

Der Armutsbericht der Bundesregierung hatte bereits im Vorfeld der Veröffentlichung für Ärger gesorgt. Dem Wirtschaftministerium passten einige Aussagen zur Vermögensungleichheit nicht in die optimistische liberale Weltsicht. Bei der Veröffentlichung des Armutsberichts wurde jetzt deutlich, dass die entsprechenden Aussagen hinteren Teil des Berichts gut versteckt wurden.

Armutsberichts der Bundesregierung: Vermögensungleichheit gut versteckt
Armutsberichts der Bundesregierung: Vermögensungleichheit gut versteckt

Die Bundesarbeitsministerin macht gerne von sich reden und bevorzugt es, auf Pressekonferenzen gegenüber der liberalen Linie der Bundesregierung Akzente zu setzen. Subtil setzt sie sich für Mindestlohn ein, von den konservativen Wünschen nach einer Herdprämie hält sie nichts. Auch den regelmäßigen Armutsbericht der Bundesregierung wollte sie nutzen, um mit einer eigenen sozialen Note auf sich aufmerksam zu machen. Doch der liberale Koalitionspartner stellte sich quer und wollte den Armutsbericht der Bundesregierung entschärfen.

Nun zeigt der tatsächlich veröffentliche Armuts- und Reichtumsbericht, dass die Aussagen zur sozialen Ungleichheit deutlich abgemildert und in den hinteren Teil des umfangreichen Papiers vorschoben wurden. Es wurden Aussagen herausgenommen, dass die extreme Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen das Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung verletzt. Die Fakten hierzu kann man aber durchaus im Armutsbericht noch finden. So verdienen mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland unter sieben Euro pro Stunde und können damit weder sich noch ihre Familien ausreichend versorgen. Dies kann deshalb als ungerecht empfunden werden, weil es eine sehr kleine Gruppe in Deutschland geschafft hat, sich einen sehr hohen Vermögensanteil zu sichern: Die Hälfte des gesamten Vermögens sollen bei einem Zehntel der Bevölkerung konzentriert sein.

Kritik kommt am Armutsbericht von den Sozialdemokraten und den Grünen, die in der kommenden Bundeswahl gemeinsam an die Regierung wollen. Falls es dazu kommt, bleibt aber die Frage offen, ob diese neue Parteienkonstellation etwas an der Ungleichheit von Einkommen und Vermögen in Deutschland verändern will. Denn während der letzten rot-grünen Regierungszeit hatte sich Ungleichheit von Einkommen und Vermögen eher verstärkt.

Bildnachweis: © Gina Sanders – Fotolia.com

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