Ärzte und Kabinenpersonal: Deutschland erlebt eine Streikwelle

Hoch her geht es auf Deutschland Flughäfen. Ein Arbeitgeber von Kabinenpersonal muss seine Flugangebote massiv einschränken. Derweil kündigt eine andere Gruppe von Dienstleistern, die niedergelassenen Ärzte, intelligente Streikaktionen für nächste Woche an.

Ärzte und Kabinenpersonal: Deutschland erlebt eine Streikwelle

Ärzte und Kabinenpersonal: Deutschland erlebt eine Streikwelle

Streik ist immer eine aufregende Sache. Nach der Streikankündigung des Kabinenpersonals der größten deutschen Fluggesellschaft wird der Flugverkehr über Deutschland weitgehend lahmgelegt. Nicht unbedingt, weil das Kabinenpersonal direkt seine Arbeit verweigert und damit die Sicherheit des Flugverkehrs gefährdet wäre. Nein, rein vorsorglich muss der Arbeitgeber sein Angebot reduzieren, damit kein Chaos entsteht und die Flugpassiere noch mehr Stress aushalten müssten.

Man kann aus dem Streik des Kabinenpersonals aber lernen, dass Streiks immer mit Belastungen für „unbeteiligte Dritte“ (Kunden des Arbeitgebers) verbunden sind. Denen ist es auch egal, ob ihre Flüge deshalb ausfallen, weil wichtige Arbeitskräfte ihre Arbeit einstellen oder der Arbeitgeber zur Vermeidung von Chaos bereits im Vorfeld sein Angebot verknappt. Solch eine Wirkung auf unbeteiligte Dritte kann aber für die Gewerkschaftsseite zum Kommunikationsproblem werden.

Dieses Kommunikationsproblem haben auch die niedergelassenen Ärzte. Zwar sind sie keine Arbeitnehmer sondern Selbstständige und ihre durchschnittliche Vergütung liegt auch deutlich über jedem in Deutschland verhandelten Tarifvertrag, aber auch sie sehen es nicht gerne, wenn über ihre Köpfe hinweg Honorare festgelegt werden, deren Erhöhung als zu knapp empfunden wird. Doch ein Streik der niedergelassenen Ärzte (denkbar nur über partielle oder dauerhafte Praxisschließungen), ist höchst unpopulär bei Deutschlands Kassenpatienten. Erneut müssen Sie erleben, dass privilegierte Privatpatienten schnell zu einem Termin kommen, während sie umständlich nach einer Ersatzlösung suchen müssen.

Für dieses Dilemma haben aber jetzt die niedergelassenen Ärzte eine Lösung gefunden: Nadelstiche gegen die gesetzlichen Krankenversicherung. Nächste Woche soll es Kampfmaßnahmen der Ärzte geben, die nicht die Patienten sondern die gesetzliche Krankenversicherung so hart treffen, dass diese mehr Honorare für die niedergelassenen Ärzte bereitstellt. Es wird nächste Woche eine spannende Frage sein, wie diese Nadelstiche genau aussehen und ob sie funktionieren werden. Oder ob sie sich als das entpuppen, was man von Montgomery und Co. gewohnt ist: heiße Luft.

Bildnachweis: © Deminos – Fotolia.com

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