Bildungspaket für Hartz-IV-Empfänger schon gescheitert?

Lange wurde um das Bildungspaket für Hartz-IV-Empfänger gestritten. Von Regierungsseite wurde angeführt, dass mit Bildungsförderung den Kindern mehr geholfen wäre, als mit marginal erhöhten Beitragssätzen. Doch bisher wird das neue Angebot der Bundesregierung für Hartz-IV-Empfänger kaum genutzt, wie Spiegel-Online zum Bildungspaket berichtete.

Das Bildungspaket für Hartz-IV-Empfänger wird auf einer umfangreichen Webpräsenz der Bundesregierung genau beschrieben:

  • Wenn es um Kultur, Sport oder gemeinsame Freizeitaktivitäten geht, dann können Beiträge für Vereine oder Musikschulen bis zu 10 Euro monatlich übernommen werden.
  • Beim Schulbedarf und bei Schulausflügen sollen die notwendigen Materialien und weitere Kosten übernommen werden: bis zu 100 Euro pro Schuljahr.
  • Besonders wichtig wird die Lernförderung gesehen, z.B. durch Nachhilfe, damit die Kinder nicht in Rückstand gegenüber ihren Klassenkameraden kommen. Hier hat die Schule den Bedarf zu bestätigen und es soll Ansprechpartner in der Gemeinde geben, die zu passenden Angeboten Informationen geben.
  • Für das Mittagessen in Schule, Kita oder Hort kann es Zuschüsse geben. Den Eltern verbleibt ein Eigenanteil von einem Euro pro Tag.
  • Beförderungskosten für weiterführende Schulen können übernommen werden.

Manche kritisiert an dem Konzept, dass das Geld besser bei den zuständigen Trägern aufgehoben wäre, damit diese ihre Angebote für Kinder von Hartz-IV-Empfänger verbessern können.

Offensichtlich gibt es einen großen Bedarf für solche Unterstützungsleistungen, doch sie werden bisher kaum genutzt. Die taz hat festgestellt, dass nicht bei den Betroffenen, sondern auch bei vielen Behörden große Unkenntnis über das Bildungspaket besteht und dass es daher nicht verwunderlich ist, wenn dieses bisher kaum genutzt werden kann.

Es bleibt abzuwarten, ob der Flop des Bildungspaktes abgewendet werden kann. Sowohl bei den Behörden wie bei den Betroffenen ist noch einiges zu tun, damit die Möglichkeiten der Förderung von Kindern besser angenommen wird. Dass die rückwirkende Möglichkeit der Beantragung von Förderung nach dem Bildungspaket daher verlängert werden soll, ist zu begrüßen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.