Bobby-Car: Zum 40. Firmenjubiläum der passende Marketing-Erfolg?

Ob jung oder alt, alle lieben die die roten Knubbel Autos aus Plastik, die als Bobby-Car jetzt mit Stolz auf eine vierzigjährige Erfolgsstory blicken können, woran passend zur Nürnberger Spielwarenmesse erinnert wird. Skeptisch wird aber in Marketing-Kreisen beobachtet, dass das Bobby-Car gegenwärtig sehr stark in die Turbulenzen um das Staatsoberhaupt verwickelt wird. Gilt die Regel „Bad News are good News“, dann wären die Meldungen zum Wulfen mit dem Bobby-Car ein Marketing-Erfolg. Doch das Verbinden einer Marke mit Abgreiferverhalten kann auch nach hinten los gehen.

Hinter der Produktion eines Bobby-Cars stecken komplexe Prozesse, wie das folgende Video deutlich macht:

Beim Konsumenten sind die roten Knubbel-Autos (Rutschfahrzeuge aus Polyethylen) aus Franken sehr gut angesehen. Käufer sind Eltern, Nutzer sind die Kinder, die mit Stolz auf ihr Knubbel-Auto verweisen können. So wird bereits in jungen Jahren das Konsumenten-Verhalten eingeübt, dass weiterhin für gutes Wirtschaftwachstums sorgen soll. Schließlich ist die deutsche Autoindustrie prägend für das Wirtschaftsklima und auch hier sind es die Status-Merkmale, die zum Kauf der teuren und leistungshungrigen Produkte motivieren können. Auch Bobby-Cars sind deutsche Markenprodukte, doch mit 35 bis 60 Euro auch für kleine Geldbeutet sicherlich erschwinglich. Die Modellvielfalt brauch durchaus den Vergleich mit den großen Kollegen nicht zu scheuen: So gibt es neben den Klassik-Fahrzeugen mit großen weißen Lenkrad auch Mehrsitzer, die über ein Porsche-Design verfügen, sowie Fahrzeuge mit Taxi- oder Feuerwehr-Anmutung.

Jüngst kamen Bobby-Cars ins Gespräch, weil sich der gegenwärtige Bundespräsident angeblich eins hat schenken lassen, sozusagen als Rabatt für ein Auto-Leasinggeschäft, das seine Frau veranlasst habe. Tatsächlich war das nur ein Geschenk für den Sohn und die Anwälte des Bundespräsidenten haben nach dem eben verlinkten Bericht die Information übermittelt, dass das geschenkte Bobby-Car auch von Besuchern im Schloss Bellevue genutzt werden kann.

Nimmt man diese Information ernst, dann ist ein Marketing-Schaden durch das Geschenk des Bobby-Cars nicht mehr nachvollziehbar. Es besteht allerdings noch die langfristige Aussicht, dass die Affäre um den gegenwärtigen Bundespräsidenten als „Bobby-Car-Affäre“ in die Geschichte eingehen wird. Ob dies gut oder schlecht für die Marke ist, wird sich erst langfristig erweisen können.

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