Das faktische Renteneintrittsalter steigt leicht an

Politisch ist es schon lange gewollt: Das rechtliche Renteneintrittsalter wird schrittweise auf das 67. Lebensjahr verschoben. Dumm nur, dass das faktische Renteneintrittsalter deutlich niedriger liegt. Diskutiert wird sogar darüber, dass das rechtliche Renteneintrittsalter weiter verschoben wird: Rente erst mit 67 oder 69? Notwendig wäre aber, dass es für Personen über 60 genügend flexible Jobs gibt, die das faktische Renteneintrittsalter hinausschieben könnten. Denn wenn man bei steigenden rechtlichen Renteneintrittsalter faktisch wie bisher früher in die Rente einsteigt, dann hat dies erhebliche Kürzungen der Rentenhöhe zur Folge und diese werden sich über die gesamte Bezugsdauer der Rente negativ auf den Lebensstandard auswirken. Nun meldet aber die Süddeutsche Zeitung mit Bezug auf Bundes-Familienministerin Kristina Schröder, dass es in den letzten Jahren gelungen sei, das faktische Rentenalter leicht anzuheben.

Allerdings geht es bei dieser Anhebung des faktischen Rentenalters nur um eine Verlängerung von einem Jahr. Nach Berechnungen der Regierungsstudie „Deutscher Alterssurvey“ ist diese Tendenz für ein späteres Renteneintrittsalter (63. Lebensjahr statt 62. Lebensjahr) seit 2002 feststellbar. Damit liegt die tatsächliche Altersgrenze immer noch deutlich unter der offiziellen, was für die betroffenen Rentner oft eine niedrigere Rente bedeutet. Deshalb sieht es Frau Schröder als wichtige Aufgabe der Regierung, sich für mehr Arbeitsmöglichkeiten für über 60-Jährige einzusetzen.

Die Untersuchung zum Renteneintrittsalter zeige auch, dass viele Ältere hochmotiviert für Tätigkeiten seien, sagte Frau Schröder der Süddeutschen Zeitung. Entweder über bezahlte Jobs oder über soziales Engagement.

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie ist die Einschätzung, dass die sozialen Unterschiede im Alter sich immer deutlicher ausprägen. Etwa 60 % der Älteren schätze ihre wirtschaftliche Lage als gut bis sehr gut ein. Anderseits habe ein Drittel der Älteren Angst vor sozialem Abstieg.

Die Rente mit 67 wird also in den nächsten Jahren noch viele Diskussionen in Deutschland hervorrufen. Zum einen weil die SPD ihre ursprüngliche Unterstützung zurückzieht, zum anderen weil man gerade in Frankreich beobachten kann, dass es zu starken politischen Unruhen führt, wenn man das Renteneintrittsalter erhöht ohne den Betroffenen die Möglichkeit gibt, dadurch entstehende Einkommensverluste auszugleichen.

Deutschland

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