De-Mail: Die Sicherung elektronischer Post bleibt umstritten

Die Verbraucher sollen genau wie Unternehmen und Behörden in Zukunft elektronische Nachrichten (E-Mail) rechtssicher, nachvollziehbar und vertraulich versenden können. Letzte Woche hat der Bundestag den Weg für das Konzept „De-Mail“ gesetzlich abgesichert. Doch bereits im Bundestag stieß De-Mail auf umfassende Kritik aus der Sicht des Datenschutzes. Weitere Kritikpunkte kommen aus der Öffentlichkeit und der Publizistik.

De-Mail – einfach wie E-Mail, so sicher wie Papierpost, das ist das Verständnis, dass hinter der De-Mail-Konzept steht. Durch ein Zertifizierungsverfahren sollen die E-Mail-Anbieter auf die Prinzipien von De-Mail verbindlich festgelegt werden. Zu diesem Konzept gehört es, dass die Identität der Kommunikationspartner einer E-Mail genauso sowie wie die Zustellung der Mails nachvollziehbar werden. Es muss aber auch sichergestellt sein, dass die Inhalte einer E-Mail beim Transport über das Internet auf keinen Fall geändert oder mitgelesen werden kann. Diese Anforderungen sind nur umsetzbar, wenn es abgesicherte Anmeldeverfahren beim E-Mail-Anbieter gibt und wenn die Transportwege im Internet vollständig verschlüsselt werden.

Wie auf Golem.de zur De-Mail berichtete wurde, kam die Kritik an der gesetzlichen Umsetzung von De-Mail beispielsweise vom SPD-Experten Reichenbach, der monierte, dass viele Vorschläge der Opposition nicht aufgegriffen wurden. Das betrifft vor allem die Methode der Verschlüsselung, die Auskunftserteilung in Folge einer richterlichen Prüfung und eine verbraucherfreundliche Zustellung.

Auch innerhalb der Öffentlichkeit ist das Verschlüsselungskonzept von De-Mail umstritten, wie man auf netzpolitik.org nachlesen konnte. Denn der jeweilige De-Mai-Server, der für den Transport der E-Mails verantwortlich sei, bekomme einen Generalschlüssel, der die E-Mail während des Transports einmal öffne und umkodiere. Außerdem sei es verbraucherunfreundlich, dass man als Inhaber eines De-Mail-Kontos verpflichtet werde, regelmäßig in seinem Postfach nachzuschauen, um zu verhindern, dass man eine Mail aus wirksam zugestellt gekennzeichnet bekomme, von der man keine Kenntnis habe.

Viele Experten gehen davon aus, dass diese und weitere Nachteile dazu führen könnte, dass das Konzept der De-Mail nicht von der Bevölkerung angenommen würde. Jemand, der jetzt schon auf sicheren E-Mail-Versand Wert legt, sei also nach wie vor auf eine eigene Strategie der E-Mail-Verschlüsselung angewiesen.

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