Deutsche: Gespaltenes Meinungsbild zur Rente

Das Problem der zukünftigen Rentenversicherung liegt in hohen Beiträgen und niedrigen Rentenzahlungen. Fragt man die Deutschen nach Alternativen, dann legen die meisten eher Wert auf stabile Beiträge, statt auf ein Rentenniveau, dass deutlich über dem Existenzminimum liegt. Doch die Mehrheit hierfür ist nicht besonders stabil.

Deutsche: Gespaltenes Meinungsbild zur Rente

Deutsche: Gespaltenes Meinungsbild zur Rente

Das Rentenversicherungssystem in Deutschland funktioniert nach dem Umlageverfahren. Die Renten werden also mehr oder weniger direkt aus den Beiträgen der versicherungspflichtig Beschäftigten und ihrer Arbeitgeber gezahlt. Erhöht sich das Verhältnis von Rentnern zu Beschäftigten, dann müssten die Renten-Beiträge angehoben werden, um das Rentenniveau zu halten. Die bisherige Politik hat dieses Dilemma (höhere Beiträge oder niedrige Renten) zu Lasten der zukünftigen Renten aufgelöst. Doch schon seit längeren ist klar, dass die zukünftigen Renten in vielen Fällen nicht ausreichen werden, um das Existenzminimum des Rentners zu sichern.

Sowohl aus der Bundesregierung als auch aus den Oppositionsparteien gibt es Forderungen, dieses Problem auf Kosten der Steuerzahler zu lösen. Man kann den Beitragssatz beibehalten und die Renten auf ein Niveau absenken, dass deutlich unter der Hälfte des früheren Nettoeinkommens liegt. Man könnte aber auch den Beitragssatz erhöhen und das weitere Absinken des Rentenniveaus stoppen.

Die Meinungsforschungs-Einrichtung emnid hat im Auftrag des Nachrichtenmagazins Focus die Deutschen zu diesem Dilemma befragt und bei Focus-Online kommt man zu der Einschätzung, dass die Mehrheit der Deutschen ein niedrigeres Rentenniveau akzeptieren. Das schreiben dann viele Kollegen (auch die von der Spiegel-Online-Konkurrenz) ab, obwohl die Zahlen aus der gedruckten Focus-Ausgabe (Seite 17) eher in eine andere Richtung weisen.

Zur Feststellung, dass das Rentenniveau bis 2030 von 50 auf 43 bis 44 Prozent sinkt, sollten die repräsentativ Befragten Lösungsvorschläge bewerten. Insgesamt gab es drei Lösungsvorschläge:

A: Erhöhung der Rentenbeträge, um das Rentenniveau zu halten
B: Sinken des Rentenniveaus, niedrige Renten sollen aus Steuermitteln aufgebessert werden
C: Zukünftige Rentner sollen selbst durch private Altersvorsorge ihre Renten aufbessern.

Für A waren 39 Prozent, für B waren 32 Prozent, für C waren 19 Prozent. Die „Mehrheit für ein niedriges Rentenniveau“ kommt also durch Addition von B und C zustande, was auch deshalb unseriös ist, weil in der Variante B ein niedriges Rentenniveau durch Steuermittel kompensiert wird.

Man hätte durchaus noch andere Schlussfolgerungen aus der Umfrage entnehmen können. Beispielsweise, dass 81 Prozent der Deutschen nichts von der privaten Altersvorsorge halten oder das fast zwei Drittel der Deutschen Wert auf eine Mindestrente legen.

Bildnachweis: © Franjo – Fotolia.com

 

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