Energiegipfel: Der Kampf um das Erneuerbare-Energien-Gesetz

Heute treffen sich die Spitzen von Politik und Gesellschaft beim Energiegipfel in Berlin und diskutieren, ob denn die Energiewende (Ausbau der erneuerbaren Energien) der richtige Weg für Deutschland ist. Auswirkungen dieser Diskussionen für praktisches Verhalten von Verbrauchern und Investoren sind aber vorerst durch diesen Energiegipfel nicht zu erwarten.

Energiegipfel: Der Kampf um das Erneuerbare-Energien-Gesetz

Energiegipfel: Der Kampf um das Erneuerbare-Energien-Gesetz

Vor kurzem waren es die großen Stromkonzerne, die gegen die Energiewende argumentierten. Ohne jede Faktenbasis werden Strompreissteigerungen von 30 Prozent und mehr prognostiziert. Mittels Verunsicherung von Verbrauchern und Wählern möchte man Einfluss auf die nächste Bundesregierung gewinnen, damit diese die Energiewende, den Ausbau der erneuerbaren Energien aus Wind, Sonne und Wasserkraft, teilweise oder ganz rückgängig macht. Da verwundert es nicht weiter, wenn wirtschaftsnahe Interessenverbände die Aufhebung des Erneuerbaren-Energie-Gesetz fordern, angeblich weil es Verbraucher belastet und Investoren abschreckt.

Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz gibt es in Deutschland ein weltweit einzigartiges Modell zur Förderung der erneuerbaren Energien und der Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern (Öl und Kohle) sowie der unbeherrschbaren Atomenergie. Energieproduzenten von erneuerbaren Energien erhalten direkt über staatliche Subventionen oder über Abgaben auf dem Strompreis Geld, damit sie in die erneuerbaren Energien investieren können. So bekommen Hausbesitzer auf Jahrzehnte garantiertes Geld pro Kilowattstunde erzeugten Solarstroms und können damit umfassend ihre Dächer neu gestalten, ihre Wände dämmen und die Heizung auf modere Energieproduktion umstellen.

Ob diese Subventionspolitik mittel- bis langfristig wirklich ein Problem für die Verbraucher wird, kann gegenwärtig kaum abgeschätzt werden. Zwar steigen die Strompreise durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz tendenziell an, doch niemand kann sagen, wie stark der Anstieg der Strompreise wäre, wenn man weiter auf teure und zu Ende gehende fossile Energieträger setzen würde. Oder sich darauf verlässt, dass kein Atomkraftwerk in die Havarie geht und ganze Regionen unbewohnbar macht, wie man es gegenwärtig in Japan beobachten kann.

Hausbesitzer, die Angst haben, dass sich die von der Wirtschaft gesponserten Lobbygruppen durchsetzen und das Erneuerbare-Energie-Gesetz abschaffen, sollten jetzt damit beginnen, notwendige Modernisierungen zu planen. Denn bis zur Umsetzung der Vorhaben (Erneuerung der Heizung, Dämmung von Dach und Wänden, Nutzung von Solarenergie) kann es Jahre dauern. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass sich die Lobbyisten durchsetzen. Denn die große Zeit der fossilen Energieträger und der riskanten Atomenergie ist schon lange abgelaufen.

Bildnachweis: © Andreas Haertle – Fotolia.com

Deutschland

Sie können Sie einen Kommentar hinterlassen or unseren Feed abonnieren, wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat.

Einen Kommentar schreiben

(Pflichtfeld)

(Pflichtfeld)