Familienpolitik und Familienleistungen sind ineffektiv

Kindergeld, Ehegattensplitting und Familienförderung in der Krankenversicherung kosten Staat und Gesellschaft pro Jahr Hunderte von Milliarden Euro. Nun zeigt eine durch das Nachrichtenmagazin Spiegel bekannt gemachte Studie zur Familienpolitik auf: Diese Familienleistungen sind ineffektiv in Bezug auf die Förderung der Familien.

Familienpolitik und Familienleistungen sind ineffektiv

Familienpolitik und Familienleistungen sind ineffektiv

Schon immer waren das Kindergeld, das Ehegattensplitting und die Förderung der Familien über die Krankenkassen höchst umstrittene Werkzeuge der Familienpolitik in Deutschland. Diese Instrumente fördern insbesondere die Familien, wo ein Haupt-Ernährer den größten Teil des Haushaltsbudgets erbringt und dieser sich mit seinem Einkommen in steuerlich höheren Zonen bewegt. Doch insbesondere die Konservativen und Besserverdienenden hielten eisern an diesen Privilegien fest. Deshalb ist zu bezweifeln, dass die neue Studie zur Unwirksamkeit der Familienpolitik und der Familienförderung nachhaltige politische Wirkungen zeigen wird.

200 Milliarden Euro pro Jahr wird für Familienförderung ausgegeben. Dazu rechnet man auch das Ehegattensplitting, das aber gar nicht an die Erziehung von Kindern gekoppelt ist. Eheleute werden so besteuert, als ob beide Ehepartner je die Hälfte des Gesamteinkommens erwirtschaften würden. Dadurch verliert der Staat viel Geld, ohne dass eine Motivation für die Eheleute geschaffen wird, sich verstärkt um Kinder zu bemühen. Der nachvollziehbare Effekt dieser Art der Familienförderung ist stattdessen: Frauen werden motiviert weniger Karriere zu machen, sich häufiger um Teilzeitarbeit zu bemühen oder ganz auf die Erwerbstätigkeit zu verzichten. In der Spitze macht die steuerliche Begünstigung der Hausfrauenehe oft mehr an Einkommen aus, als die Ehefrau durch eine Erwerbstätigkeit bekommen könnte. Ähnliche Effekte gehen von anderen Familienleistungen aus. Kindergeld und kostenlose Familienmitversicherung bei den Krankenkassen kosten dem Staat und die Sozialversicherung viel Geld; eine Motivation zur Gründung von Familien mit Kindern oder für mehr Kinder wird damit nicht erreicht.

Kurzfristig wird das Thema Familienpolitik und Familienförderung für den Bundestagswahlkampf hochgekocht. Langfristig darf bezweifelt werden, ob die festgefahrenen Regeln der Familienförderung geändert werden. Denn im nächsten Bundestag werden wieder viele Männer sitzen, die kein Interesse an einer Effektivierung der Familienförderung haben.

Bildnachweis: © fairith – Fotolia.com

Deutschland

Sie können Sie einen Kommentar hinterlassen or unseren Feed abonnieren, wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat.

Einen Kommentar schreiben

(Pflichtfeld)

(Pflichtfeld)