Förderung der erneuerbaren Energien soll effizienter und sozialer werden

Jochen Flasbarth ist Präsident des Umweltbundesamts und hat daher die Aufgabe dafür zu sorgen, dass es mit den erneuerbaren Energien voran geht. In einen Interview spricht sich Flasbarth dafür aus, die Entwicklung der erneuerbaren Energien effizienter und sozialer zu gestalten.

Förderung der erneuerbaren Energien soll effizienter und sozialer werden
Förderung der erneuerbaren Energien soll effizienter und sozialer werden

Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist in Deutschland zwar beschlossen aber immer noch umstritten. Klar ist, dass Kernenergie kein Zukunftsmodell sein kann. Umstritten ist, ob der forcierte Aufbau der erneuerbaren Energien aus Windkraft und Wasser nicht zu erheblichen Mehrkosten für die Verbraucher führt, die auch soziale Konsequenzen haben. Denn in Deutschland gibt es viele Geringverdiener und sozial Bedürftige, die kaum mehrere hundert Euro im Monat für Strom und Heizenergie ausgeben können. In diesem Zusammenhang spricht sich der Präsident des Umweltbundesamtes in einem Interview dafür aus, dass niemand durch die Stromrechnung so sehr belastet werden darf, dass er daran arm wird. Unternehmen und Verbraucher, die entsprechend leistungsfähig sind, sollen die notwendige Umlage bezahlen, die für die Förderung des Ausbaus der erneuerbaren Energien zu zahlen ist. Wie in einen Sozialstaat üblich sollen die Kosten für eine solche Zukunftsinvestition gleichmäßiger auf alle Schultern verteilt werden.

Wie genau eine solche Umverteilung der Kosten für die Entwicklung der erneuerbaren Energien gestaltet werden könnte, bleibt bei dem Interview eher unklar. Flasbarth spricht davon, dass man die Energieberatung und die Hilfe für den Kauf energiesparender Haushaltsgeräte staatlich fördern könnte, wenn der Haushalt dies nicht allein bewältigen könnte. Diese Überlegung ist nachvollziehbar, denn es konnte bereits in vielen Fällen gezeigt werden, dass durch effizienten Energieeinsatz oder durch Ersatz veralteter Haushaltsgeräte erhebliche Mengen an Energie eingespart werden können. Sollen also die Sozialämter in Zukunft die einkommensschwachen Haushalte ermuntern über die Energieeffizienz ihrer Geräte und ihres Verhaltens nachzudenken? Heute ist es noch oft so, dass die entsprechenden Einrichtungen eher dazu raten, einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine auf dem Gebrauchtartikelmarkt zu erwerben. Diese Geräte sind zwar billig aber kaum energieeffizient. Eine Änderung des Verhaltens der Sozialämter hätte darüberhinaus den Vorteil, dass dies zu einem Konjunkturimpuls führen könnte. Und der kann gut gebraucht werden, denn die Wachstumsentwicklung der deutschen Volkswirtschaft ist auf dem Rückzug.

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