Herbstprognose der Bundesregierung setzt auf Verbraucher

Nächstes Jahr sind Wahlen und die Regierungsparteien CDU, CSU und FDP können die Wahlen nur gewinnen, wenn die deutsche Wirtschaft nicht in den Abschwung gerät. Auch deshalb ist die Herbstprognose der Bundesregierung freundlich gestimmt. Die berichteten Fakten und Zahlen sehen weniger freundlich aus.

Herbstprognose der Bundesregierung setzt auf Verbraucher

Herbstprognose der Bundesregierung setzt auf Verbraucher

Alljährlich tritt der Bundeswirtschaftsminister vor die Presse und verkündet die offizielle Herbstprognose der Wirtschaftentwicklung für Deutschland. Zwar ist das Wirtschaftswachstum in Deutschland eher bescheiden, doch für den Wirtschaftsminister zählt der Fakt, dass es weiter aufwärts geht. Es wäre gut für die deutsche Wirtschaftsleistung, wenn es so käme und auch die Preissteigerungen im Rahmen bleiben könnten. Die Inflationsangst, die die Medien in Deutschland gerne zur Aufmerksamkeitssteigerung nutzen, wird durch die aktuellen Zahlen der Preisentwicklung und durch die Prognosen des Herbstgutachtens nicht gestützt.

Doch es mischen sich auch Bedenken zur langfristigen Wachstumsentwicklung in die oben verlinkte Pressemitteilung der Herbstprognose der Bundesregierung:

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Doch Deutschland durchquert stürmische Gewässer angesichts der europäischen Staatsschuldenkrise und der konjunkturellen Abschwächung von Schwellenländern in Asien und Lateinamerika. Die Unternehmen halten sich seit einiger Zeit bei Investitionen zurück. Die Stimmungsindikatoren signalisieren mehrheitlich eine schwächere Entwicklung.

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Doch der Wirtschaftsminister gibt für 2013 Entwarnung. Denn die deutsche Volkswirtschaft stehe in robuster Verfassung auf strukturell sicherem Fundament. Vieles spreche dafür, dass die Weltwirtschaft im nächsten Jahr in Fahrt komme und das hiervon auch die deutsche Wirtschaft stark profitieren werde. Da ist es ja ganz praktisch, dass im nächsten Jahr nicht nur ein neues Herbstgutachten gefertigt, sondern auch die Wahlen abgehalten werden.

Ein wichtiger Garant für den wirtschaftlichen Erfolg der deutschen Wirtschaft im Jahre 2013 sollen die deutschen Verbraucher werden. Denn deren Kaufkraft steige stärker als die Inflationsrate. Daher könne man davon ausgehen, dass der private Konsum zum Wachstumsmotor werden könnte. Doch das errechnete Plus bei den Reallöhnen ist nicht unumstritten. Viele Verbraucher orientieren sich bei ihrem Kaufverhalten an bestimmten Schlüsselpreisen wie Strom oder Miete, wenn sie über die Ausweitung ihres Konsums nachdenken. Die gefühlte Inflation ist gegenwärtig deutlich stärker als die offiziell errechnete Inflation. Hinzu kommt die Unsicherheit über den Euro, was viele Verbraucher motiviert, über bessere Geldanlagen nachzudenken, was auch die Konsumneigung beeinträchtigen kann.

Es bleibt also abzuwarten, wie die psychologisch ungünstige gegenwärtige Wirtschaftlage sich in konkreten Daten der Wirtschaftsentwicklung im kommenden Jahr umsetzen wird. Mit näherrückendem Wahltermin könnten wohl auch Forderungen lauter werden, die die Konsumfreude der Verbraucher aktiver unterstützt.

Bildnachweis: © Olga Langerova – Fotolia.com

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