Hohe Erwartungen an die Europäische Zentralbank

Bekenntnisse zu uneingeschränkten Maßnahmen zur Rettung des Euro sind angesagt in diesen Tagen. Nach dem Chef der Europäischen Zentralbank waren es die Regierungschefs von Deutschland und Frankreich, die bestätigt haben, dass sie „Alles“ tun würden, um die europäische Währung zu halten. Früher oder später wird daher ein Beschluss kommen müssen, dass die Europäische Zentralbank unbeschränkt Staatskredite der Euroländer abstützt.

Hohe Erwartungen an die Europäische Zentralbank

Hohe Erwartungen an die Europäische Zentralbank

Morgen ist es wieder soweit, die Europäische Zentralbank muss die nächsten Schritte zur Rettung aus der Schuldenkrise anzeigen oder andeuten. Unter vielen Experten ist nicht zweifelhaft, wie denn der Euro langfristig gerettet werden kann. Die Europäische Zentralbank muss notfalls unbegrenzt Staatsanleihen der Euroländer aufkaufen, um zu verhindern, dass bei finanzschwachen Ländern wie Spanien, Italien oder Portugal die Zinsen für Staatsanleihen zu stark anziehen. Denn das würde die betreffenden Länder in den Staatbankrott treiben.

Bereits früher hat die Europäische Zentralbank Staatsanleihen aufgekauft, um die Märkte zu stabilisieren. Das stieß aber auf den Widerstand der Deutschen Bundesbank und vieler deutscher Politiker, die es nicht gerne sehen, wenn die Europäische Zentralbank die Euro-Staaten finanziert. Doch in den letzten Tagen häufen sich die Andeutungen, dass die Europäische Zentralbank ihre frühere Ankaufspolitik von Staatsanleihen aus dem Euroraum wieder aufnimmt. Der Chef der Zentralbank, übrigens ein Italiener, hat erst vor kurzem erklärt, dass „alles Notwendige“ getan werden müsse, um den Euro vor dem Zerfall zu retten. Auch der Chef der Eurogruppe, warnt vor einer Zersetzung der Eurozone, wenn nicht alles Mögliche unternommen wird, um gemeinsam den Euro zu sichern.

Gegenwärtig und kurzfristig ist es nur die Europäische Zentralbank, die die Stabilität der Eurozone sichern kann. Das Geschehen auf den Finanzmärkten in den letzten Tagen hat gezeigt, dass hohe Erwartungen an die Europäische Zentralbank existieren. Sollte es Zweifel an ihren Handlungsmöglichkeiten geben, dann droht erneut ein Sinken von Aktienkurzen und an Ansteigen der Verzinsung für die schwachen Mitglieder der Eurozone.

Kritik an der geplanten Ausweitung der Handlungskompetenz für die Europäische Zentralbank kommt vor allem von der Deutschen Bundesbank und vielen deutschen Politikern, die es nicht gerne sehen, wenn die Europäische Zentralbank indirekt zur Finanzierung der Staaten genutzt werden kann. Allerdings haben die Kritiker kein Konzept, um mit anderen Mitteln auf die gegenwärtige Finanzkrise im Euroraum zu reagieren. Und eine Rückkehr zur DM für die Deutschen wollen sie wohl vorerst noch nicht auf die Tagesordnung setzen.

Bildnachweis: © VRD – Fotolia.com

Deutschland

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