Konsumklima: Sorge um Geldwertstabilität als Stütze

Das Konsumklima bleibt stabil in Deutschland unter anderen auch weil sich die Deutschen Sorgen um die Geldwertstabilität machen. Wer Angst um sein Geld hat, der bringt es lieber schnell unter die Leute.

Konsumklima: Sorge um Geldwertstabilität als Stütze
Konsumklima: Sorge um Geldwertstabilität als Stütze

Regelmäßig erhebt die Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg Daten, um das Konsumklima und den Optimismus der Verbraucher zu bestimmten. Das Konsumklima hat große Auswirkungen auf Konjunktur und Wirtschaftsentwicklung. Ein schlechtes Konsumklima ist regelmäßiger Vorbote eines Konjunkturabschwungs. Doch gegenwärtig ist dieser an Hand des Konsumklima nicht feststellbar, wie die oben verlinkte Pressemeldung der Gesellschaft für Konsumforschung verdeutlicht.

Bezogen auf die letzten Monate ergebe sich aber ein eher uneinheitliches Bild beim Konsumklima und der Konjunkturerwartungen der Verbraucher. Denn die Konjunkturerwartung sei zuletzt eher auf Talfahrt gewesen, was sich jetzt aber wieder leicht verbessert habe. Das stabile Konsumklima bezogen auf das ganze Jahr werde dadurch gestützt, dass die Anschaffungsneigung insgesamt auf hohem Niveau liege. Dazu passt dann weniger, dass die Deutschen eher pessimistisch in Bezug auf zukünftiges Einkommen sind. Doch die Verbraucher in Deutschland wollten deshalb nicht weniger konsumieren. Die Erwartungen an sinkendes Einkommen würden durch einen Rückgang der Sparneigung kompensiert.

Angesichts der laufenden Diskussionen um Euro-Rettung und Geldwertstabilität kann dieses stabile Bild beim Konsumklima verwundern. Denn normalerweise führen Krisenängste dazu, dass weniger konsumiert und mehr gespart wird. Die Angst vor der Krise wird zum Motor der Krise. Das ist gegenwärtig nicht so, weil das richtige Verhalten vor einer inflationären Tendenz nicht im Sparen gesehen wird. Warum sollte man Sparen, wenn sich dies angesichts historisch niedriger Zinsen kaum lohnt und anderseits die Gefahr besteht, dass das gesparte Geld in den nächsten Jahren deutlich an Wert verliert?

Die Sorge um die Geldwertstabilität kann also das Konsumklima stützen. Wer noch etwas auf dem Konto hat, der überlegt jetzt, ob es nicht sinnvolle langfristige Investments gibt, die angegangen werden können. Besitzer von Häusern überlegen naheliegender Weise, ob sie nicht ein Teil ihres Geldes für langfristig sinnvolle Energieeinsparungs-Investments nutzen können. Denn die Energiepreise steigen auf jeden Fall in den nächsten Jahren rasant an und deshalb können Investments in ein neues Dach, eine neue Heizung und eine bessere Dämmung der eigenen Immobilie sich schnell rechnen. Es lohnt sich sogar hierfür Kredite aufzunehmen, denn die Zinsen sind niedrig und spätere Preissteigerungen finanzieren dann den Kredit weitgehend automatisch. Ähnliche Überlegungen könnten auch Autobesitzer anstellen, die jeden Tag an der Tankstelle erkennen, dass der Spritpreis nur eine Richtung kennt. Ein neues Auto mit niedrigem Spritverbrauch oder die Umrüstung auf preiswertere Energieträger könnte sich auch hier schnell auszahlen, selbst wenn man hierfür ebenfalls einen Kredit aufnehmen muss.

Das Konsumklima bleibt stabil, die Angst vor Inflation steigt und die Sparneigung geht zurück, alles Zeichen dafür, dass ein großer Konjunktureinbruch vorerst nicht zu befürchten ist.

Bildnachweis: © Gina Sanders – Fotolia.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.