Laschet oder Laumann: NRW-CDU entscheidet über ihre Zukunft

Heute hat die CDU in NRW eine wichtige Entscheidung zu treffen: Soll der Rheinländer Armin Laschet oder soll der Westfale Karl-Josef Laumann neuer Fraktionsvorsitzender der NRW-CDU werden? Bei dieser Frage geht es nicht um landsmannschaftliche Konkurrenz, sondern um die weitere politische Ausrichtung im wichtigsten Bundesland für die CDU, denn hier wird möglicherweise schon bald wieder neu gewählt werden müssen, wenn sich die geplante rot-grüne Landesregierung nicht als stabil erweisen sollte.

Armin Laschet ist der Kandidat, der für eine schwarz-grüne Option stehen könnte, denn er verfügt als Mitglied der sogenannten schwarz-grünen Pizza-Connection zu guten Kontakten in die grüne Szene. Und gemeinsam mit Partei-Freunden wie Norbert Röttgen könnte man sich Laschet auch ganz gut in einer schwarz-grünen Bundesregierung vorstellen. Armin Laschet hat sich als Integrationsminister auch bundesweit sehr erfolgreich positioniert, was sicher auch an seiner stets freundlichen Kommunikationshaltung liegt. Laschet setzt sich innerhalb der konservativen CDU stark für eine moderne Migrationspolitik ein, und verkörpert damit eine zukunftsorientierte CDU, die sich in gleicher Weise familienfreundlich wie integrationsbereit gibt.

Karl-Josef Laumann wirkt hierzu im Vergleich geradezu traditionell, obwohl auch er in der CDU eine typische Minderheiten-Position vertritt. Denn Laumann steht als Bundesvorsitzender der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft für den linken Flügel seiner Partei, der bisher wenig Einfluss auf deren Politik nehmen konnte. Als Arbeits- und Gesundheitsminister hat aber Laumann viele Initiativen auf den Weg gebracht, um die weiterbildungsbezogenen Ansprüche von Arbeitnehmern zu verbessern. Laumann verkörpert noch eher als der selbsternannte Arbeiterführer Jürgen Rüttgers Bodenständigkeit und Gradlinigkeit.

Nun kommt es zwischen den so unterschiedlichen Vertretern einer modernen CDU zu einer Kampfabstimmung um den Fraktionsvorsitz im Landtag. Beobachter gehen davon aus, dass es ein knappes Ergebnis werden könnte. Für Laschet spricht, dass dieser bereit und in Lage ist, auch die CDU bei einer schnellen Neuwahl des Landtags kommunikationswirksam zu vertreten. Die Wahl in Düsseldorf wird auch als Stimmungstest für die CDU angesehen, die durch die gegenwärtige Schwäche der Bundeskanzlerin einen neuen Weg finden muss, um bei den Wählern wieder an Vertrauen zu gewinnen.

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