Manager-Gehälter und -Boni als Abzock-Thema

Wer überzogene Gehälter, Abfindungen und Boni von Managern in den vergangenen Jahren zum Thema machte, der konnte mit dem Neid-Argument schnell ausmanövriert werden. Doch eine Volksabstimmung im Nachbarland Schweiz hat die Diskussion um überzogene Manager-Vergütungen auch in Deutschland erneut auf die Tagesordnung gesetzt.

Manager-Gehälter und -Boni als Abzock-Thema

Manager-Gehälter und -Boni als Abzock-Thema

Millionen-Vergütungen und hohe Abfindungen für Pleite-Manager waren auch in Deutschland in den letzten Jahren zum normalen Trend geworden. Wer als Manager seine Firma gegen die Wand fuhr, brauchte nicht mit Sanktionen zu rechnen, wenn er nur weit gut nach oben in der Hierarchie gekommen war. Gehälter und Abfindungen für Manager in Spitzenpositionen stiegen ins Unermessliche. Kritik an den überzogenen Vergütungen von Managern wurde in Deutschland schnell als Neid-Debatte abgetan; in den führenden politischen Parteien war die Begrenzung der Manager-Gehälter kein Thema.

Im Nachbarland Schweiz ticken die Uhren anders. Dort hat das Volk noch echte Mitbestimmungsrechte und nun zeigt ein Volksentscheid, dass zwei Drittel der Schweizer Schluss mit überzogenen Boni und ausufernden Gehältern machen wollen. Dieses Ergebnis ist umso bemerkenswerter, als sonst kaum Volksabstimmungen in der Schweiz eine ähnlich hohe Zustimmung erbringen können.

Nun beginnt auch in Deutschland die Diskussion, wie man die Abzock-Vergütungen der Spitzenmanger begrenzen kann. Während Linke, Sozialdemokraten und Grüne über gesetzliche Regelungen zur Begrenzung von Bonuszahlungen nachdenken, ist der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten auffallend ruhig, möglicherweise auch, weil er selbst mit dem Abzock-Thema keine guten Erfahrungen gemacht hat.

Bemerkenswert ist auch die Reaktion in konservativen Kreisen. Man lobt die Schweizer für ihre Demokratie und weist gleichzeitig darauf hin, dass über die Gehälter in der Wirtschaft am besten nur in der Wirtschaft zu entscheiden wären. Eingriffe von außen (Gesetze der Volksvertretungen) könnten den Wirtschaftsstandort Deutschlands nachhaltig beeinträchtigen. Das Argument ist nicht neu und wird immer gebracht, wenn Veränderungen anstehen, die sich gegen Privilegierte richten. Allerdings hat diese Taktik bisher immer funktioniert und auch diesmal ist davon auszugehen, dass der frische Wind der Schweizer Volksabstimmung gegen Manager-Abzockverhalten in Deutschland bald wieder abgeflaut ist. Nach der Bundestagwahl im Herbst wird man möglicherweise wieder darüber diskutieren, ob denn das Gehalt des Kanzlers oder der Kanzlerin angemessen hoch im Vergleich zu den Manager-Vergütungen ist.

Bildnachweis: © Bernad – Fotolia.com

Deutschland

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