Niedrigzins: Gewinner und Verlierer

Wolfgang Schäuble als Finanzminister kann sich freuen, noch nie konnte er den deutschen Staat so günstig wie jetzt mit Krediten finanzieren. Doch auch viele Privatleute freut der niedrige Zinssatz, insbesondere wenn sie bauen oder über einen Ratenkredit finanzieren wollen.

Niedrigzins: Gewinner und Verlierer

Niedrigzins: Gewinner und Verlierer

Doch es gibt auch Verlierer beim Niedrigzins. Beispielsweise Sparer, die ihr Geld in sicheren deutschen Staatsanleihen anlegen wollen. Denn passend zur günstigen Finanzierung der Staatsschulden zahlt der deutsche Finanzminister seinen Kreditgebern historisch niedrige Zinsen aus. Die beliebten Bundesschatzbriefe bringen in den ersten Jahren einen Zinsertrag von 0,05 Prozent. Andere sichere Anlagen im deutschen Euroraum haben einen zwar besseren Niedrigzins, aber wenn man sich nicht für viele Jahre binden möchte, dann wird man kaum über ein bis zwei Prozent Zinsen kommen.

Freuen können sich hingegen die Häuslebauer und Immobilienerwerber am Niedrigzins. Denn nie waren Immobilienkredite so günstig zu bekommen. Das liegt im Wesentlichen daran, dass die Zinsen für Immobilien in Deutschland sich sehr stark an der Rendite für sichere Staatsanleihen orientieren. Auch wenn man einen hohen Anteil des Immobilienerwerbs mit Hypotheken umsetzt und diese recht lange finanzieren möchte, hat man gute Chancen auf Zinsen, die unter drei Prozent liegen.

Bei den Ratenkrediten ist hingegen weniger vom Niedrigzins zu spüren. Allerdings zeigt hier der Trend ebenfalls eindeutig nach unten. Für Verbraucher, die hohe Zahlungen für den Dispositionskredit (Kontoüberziehung) leisten, würde es sich lohnen, eine Umschuldung zu planen, möglicherweise auch bei einer anderen Bank, die mit Niedrigzins beim Ratenkredit wirbt. Allerdings ist es für viele Verbraucher schwer, einen Umfinanzierung zu gestalten, wenn sie dem Kreditgeber nicht eine sehr gute Zahlungsfähigkeit nachweisen können.

Beim Überziehungszins für Girokonten ist bisher vergleichsweise wenig vom Niedrigzins angekommen. Hier liegen die Zinsbelastungen oft noch deutlich über 10 Prozent und daher ist es sehr wichtig, entweder schnell eine Kontoüberziehung abzudecken oder sich eine Umfinanzierung zu sichern. Noch stärkerer Verlierer beim Niedrigzins ist man bei der Überziehung des Dispositionsrahmens, denn hier werden häufig Zinsen verlangt, die noch mal 5 Prozent oder höher liegen, als der schon sehr hohe Zinssatz für den Dispositionskredit.

Bildnachweis: © eyewave – Fotolia.com

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