Peer Steinbrück überraschend früh Kanzlerkandidat der SPD

Bis vor kurzem schien es noch so zu sein, dass sich die SPD Zeit lassen möchte, um einen Kanzlerkandidaten zu küren. Denn es dauert noch, bis die nächste Bundestagswahl stattfindet, viel Zeit für die politischen Gegner, um einem verfrüht gestarteten Kanzlerkandidaten ein Bein zu stellen. Doch der SPD-Chef Gabriel hat diese Bedenken in den Wind geschlagen und soeben Peer Steinbrück zum Kanzlerkandidaten der SPD vorgeschlagen.

Webseite der SPD: Peer Steinbrück wird Kanzlerkandidat

Webseite der SPD: Peer Steinbrück wird Kanzlerkandidat

Es ist immer wieder das gleiche Spiel vor Bundestagswahlen. Medien und Öffentlichkeit drängen die führende Oppositionspartei, einen Kanzlerkandidaten zu ernennen. Die Opposition und ihre führenden Kräfte halten sich vornehm zurück, weil sie befürchten müssen, dass der Kanzlerkandidat bei einer langen Vorlaufszeit vor einer Bundestagswahl früher oder später ins Straucheln kommt. Doch irgendwann wird der Druck zu stark und die jeweilige Oppositionspartei sieht sich gezwungen, einen Kandidaten für das Kanzleramt zu präsentieren.

Dieser Zeitpunkt zur Bestimmung eines Kanzlerkandidaten ist nun überraschend früh gekommen. Die Gründe für den SPD-Chef, seinen alten Widersacher Peer Steinbrück jetzt zu präsentieren, sind leicht aufzuzählen. Peer Steinbrück gilt als kompetent in Finanzfragen, weil er mal Finanzminister war und gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merken in einer der vielen Eurokrisen eine Komplettgarantie für alle deutschen Sparer übernommen hatte. Bekanntlich ist den Deutschen ihr gespartes Geld das Wichtigste und daher will man jetzt bei der SPD mit dem populären Kanzlerkandidaten Punkte bei den Wählern machen.

Ob dieses Konzept aufgeht, bleibt abzuwarten. Peer Steinbrück hat bisher noch keinen erfolgreichen Wahlkampf führen müssen oder können und gilt bei vielen jüngeren SPD-Sympathisanten als Mann der Vergangenheit. Schließlich haben Steinbrück und sein Widersacher Steinmeier zusammen mit dem inzwischen wenig angesehenen ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder die Agenda 2010 und die Hartz-Reformen auf den Weg gebracht, was auch heute noch den Stammwählern der SPD die Stimmung verdirbt. Man kann natürlich auch die Entscheidung für Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat der SPD so interpretieren, dass die SPD gar nicht unbedingt auf Sieg im Kampf mit der CDU und deren Kanzlerkandidatin Angela Merkel setzt. Ein Vizekanzler Peer Steinbrück wäre nicht nur ein schönes Karriereabschluss für den Kanzlerkandidaten, sondern auch für die SPD ein schönes Ziel, um wieder als Junior in einer großen Koalition mitregieren zu können.

Bildnachweis: Ausriss der SPD-Webseite zum Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück

 

Deutschland

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