Personalausweis: Run auf den alten Personalauswies

Ab Montag nächster Woche gibt es den alten Personalausweis nicht mehr. Ein neuer Personalausweis, der kleiner ist und mehr Möglichkeiten hat, wird automatisch erstellt und ausgehändigt. Wie die taz jetzt berichtet, führt dieser Stichtag zu einem Run auf den alten Personalausweis, was auf eine Vielzahl von Gründen zurückzuführen ist.

Naheliegender Grund, um jetzt noch einen alten Personalausweis schnell zu bekommen, könnte ganz einfach der Gebührenaspekt sein. Man spart viel Geld, wenn man jetzt einen alten Personalweis beantragt. Genau genommen 28,80 Euro, denn soviel teuer ist der neue Personalausweis gegenüber dem alten Exemplar, das sind dann gleich mehr als 300 % Aufschlag. Hinzu kommt, dass die Prozedur, einen neuen Personalausweis zu bekommen, erheblich länger dauern soll. Was bisher in 5 Minuten erledigt war, könnte in Zukunft schon mal eine halbe Stunde dauern.

Ob dieser zeitliche und finanzielle Mehraufwand beim neuen Personalausweis gerechtfertigt ist, wird sich wohl nicht so schnell zeigen. Die Computer-Fachzeitschrift ct hat in ihrer neuen Ausgabe Möglichkeiten, Beschränkungen und Risiken beim neuen Personalweis einer umfassenden Analyse unterzogen. Der neue Personalausweis könne zu einen Internet-Ausweis werden.

Der neue Personalausweis enthält erstmals einen Computer-Chip, der in umfangreicher Weise Daten für eine Vielzahl von Anwendungen bereitstellen könne. Damit ist es dann wesentlich schneller möglich, die Identität der Person zu prüfen bzw. deren Identität für bisher nicht für möglich gehaltene Nutzungsmöglichkeiten zu erschließen. Über spezielle Lesegeräte an Rechnern ist eine Fern-Identifizierung möglich, was für Internet-Nutzungsmöglichkeiten interessant sein könnte. Wie das ungefähr aussieht, kann man per Foto und Bericht zum neuen Personalausweis  auf techfieber.de nachschauen. Die ct berichtet hierzu aber auch, dass effektive neue Nutzungsmöglichkeiten nur durch eine zusätzlich zu erwerbende qualifizierte elektronische Signatur möglich wird, was aber Kosten im Umfang von 60 bis 80 Euro pro Jahr nach sich ziehe.

Ob diese Vorteile einer elektronischen Identifizierung die Nachteile bei der umständlichen Handhabung ausgleichen können, bleibt abzuwarten. Man hat sich irgendwie schon daran gewöhnt, dass man die meisten Internet-Anwendungen über die Eingabe von Nutzername und Passwort erledigen kann. Zahlungsanweisungen kann man im Lastschrift-Verfahren umsetzen, was bei nachträglicher Kontrolle des Girokontos ohne Risiken möglich ist. Beim neuen Personalausweis wird man mit diesem und dem Lesegerät umständlich hantieren müssen.

Aus diesen Gründen ist es verständlich, wenn man erst mal mit dem bewährten alten Personalausweis weiter lebt. Sollte sich die neue Variante durchsetzen, weil die Vorteile einer elektronischen Identifikationsmöglich die Umständlichkeit der Handhabung überwiegen, dann ist immer noch genug Zeit, einen neuen Personalausweis als Ersatz des alten zu beantragen.

2 Antworten auf „Personalausweis: Run auf den alten Personalauswies“

  1. Sollte es mit meinem neuen Perso zum Mißbrauch kommen, und ich bin der Geschädigte dann muß ich meine Unschuld beweisen. Denn beim Perso ist die politische Vorgabe dass dieser zu hundert Prozent sicher ist, daran wird sich dann auch jedes Gericht halten. Wenn ich also nicht einige Zehntausend Euro für unabhängige Gutachter und Prozesse übrig habe um alle Instanzen zu durchlaufen dann werde ich keine Chance haben zu beweisen dass ich mich völlig korrekt verhalten habe. Tja und da ich nicht soviel Knete muß ich auf eine Gerichtskostenbeihilfe hoffen. Die gibt es jedoch nur für Prozesse mit Erfolgsaussicht aber die sind aus politischen Gründen natürlich nicht vorhanden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.