Rentenversicherung für Selbständige bleibt umstritten

Jeder Arbeitnehmer muss sie zahlen: Die Rentenversicherung sorgt dafür, dass er im Alter über regelmäßiges monatliche Einkommen verfügen kann. Wer keine Rentenversicherung oder keine sonstige Altersvorsorge hat, der kann im Alter auf eine Grundsicherung zurückgreifen, doch diese Möglichkeit kann auch motivieren, auf Risikovorsorge zu verzichten. Mit einer Rentenversicherungspflicht für Selbstständige soll diesem Szenario vorgebeugt werden.

Rentenversicherung für Selbständige bleibt umstritten

Rentenversicherung für Selbständige bleibt umstritten

Es gibt viele Selbständige in Deutschland, die über ein so geringes Einkommen verfügen, dass sie praktisch kaum fürs Alter vorsorgen können. Diese Selbständigen können entweder davon ausgehen, dass sie irgendwann auf die Grundsicherung (Existenzminimum) zurückfallen, wenn sie nicht mehr arbeitsfähig sind; oder sie gehen davon aus, dass sie bis zum Lebensende weiter ihre selbständige Tätigkeit ausüben können.

An dem Zustand der fehlenden Absicherung im Rentenalter bei Selbständigen möchte das Bundesarbeitsministerium etwas ändern. Es will eine obligatorische Altersvorsorge für Selbständige einführen. Ähnlich wie bei der gesetzlichen Vorgabe bei der Krankenversicherung soll es für jeden Selbständigen zur Pflicht werden, sich für die Arbeitsunfähigkeit im Alter zu versichern. Ob diese Versicherung dann auf privater Basis oder bei der staatlichen Rentenversicherung erfolgt, bleibt jedem einzelnen Selbständigen zur freien Entscheidung überlassen.

Faktisch könnte ein Zwang zur Rentenversicherung das Ende von vielen Geschäftsmodellen kleinerer Selbständiger bedeuten. Diese sehen sich schon jetzt durch die Pflicht zur Krankenversicherung in ihren finanziellen Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt. Ein zusätzlicher Zwang zur Rentenversicherung könnte die Kosten für die soziale Absicherung höher werden lassen, als die Erträge aus der selbständigen Tätigkeit.

Allerdings ist die Frage dann zu stellen, ob nicht die bisherigen Modelle (Hartz IV Bezug für Aufstocker, deren geringes Einkommen nicht zum Leben reicht) ebenfalls zu hinterfragen sind. Es gibt in Deutschland auch viele Beschäftigungsverhältnisse, die ein so geringes Einkommen erzielen, dass im Alter auf die Grundsicherung statt Rente zurückgegriffen werden muss.

Bildnachweis: © moonrun – Fotolia.com

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