Nicht immer lukrativ: die Riester Rente

Eine Riester-Rente könnte vorteilhaft sein, wenn man mehr staatliche Rente im Alter erwarten kann, als die gegenwärtige Sozialhilfe für Rentner (Grundsicherung) ausmacht. Doch eine aktuelle Untersuchung von Finanztest zeigt auf, dass nur wenige Riester-Renten-Produkte lukrativ als Zusatzzahlung zur gesetzlichen Rente genutzt werden können.

Riester-Rente ist nicht immer lukrativ
Riester-Rente ist nicht immer lukrativ

Die von der Bundes-Arbeitsministerin angestoßene Diskussion zur Mindestrente wird Deutschland noch lange erhalten bleiben. Denn es ist klar, dass die zukünftige Rente für viele Menschen nicht ausreichend sein wird, um den Lebensstandard früherer Jahre zu halten. Die Riester-Rente könnte eine Aufstockung der bescheidenen Rentenzahlung leisten, doch sie macht eigentlich nur Sinn für Leute, die Aussicht darauf haben, dass sie immer bis zum Todestag mehr Rente bekommen, als ihnen nach der Sozialhilfe für Rentner (Grundsicherung) zusteht.

Finanztest hat in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift verschiedene Umsetzungen der Riester-Rente überprüft. Eine Empfehlung konnte nur bei 5 von 29 untersuchten Produkten gegeben werden; keines der untersuchten Modelle konnte die Bestnote erreichen.

Riester-Renten-Modelle haben es gegenwärtig nicht einfach. Denn insgesamt ist die Zinsentwicklung bei langfristigen Geldanlagen mit hoher Sicherheit sehr niedrig. Für die Anbieter von Riester-Modellen bedeutet dies, dass sie Schwierigkeiten haben, ihren Kunden eine lukrative Anlage zu bieten. Denn sie müssen ja nicht nur das Geld gut anlegen, sie müssen auch ihre eigenen Kosten hereinholen, was logischerweise den Ertrag der Riester-Rente vermindert. Tritt also eine Riester-Geldanlage gegen eine entsprechende Geldanlage des Kunden an, der lediglich seine möglichen Beiträge in eine sicherere Geldanlage wie Bundesschatzbriefe investiert, dann kann die Riester-Rente kaum gewinnen.

Allerdings hat die Riester-Rente gegenüber der anderen (rein privaten) Geldanlage einen Vorteil: Man bekommt die Riester-Rente bis zum Tod ausgezahlt, bei den anderen Geldanlagen muss man bei deren Auflösung damit rechnen, dass der Tod erst eintritt, wenn man die Geldanlage bereits aufgebraucht hat. Ist aber alles Vermögen aufgebraucht, hat man keine Einnahmen mehr aus eigener Arbeit und kann auch der Ehepartner nichts mehr zum gemeinsamen Haushalt hinzugeben, dann hat man nach gegenwärtiger Rechtslage Anspruch auf Sozialhilfe für Rentner (Grundsicherung im Alter). Eine Riester-Geldanlage macht also für alle Sinn, die damit rechnen können, dass sie niemals in die Situation kommen, dass alles Vermögen aufgebraucht ist und auch kein Ehepartner mit ausreichend finanziellen Mitteln mehr zur Verfügung steht. Für diese Personen ist dann aber ein Riester-Rentenmodell zu wählen, dass eine möglichst hohe Rendite erbringt, für weitere Details sollte man die Berichterstattung von Finanztest zur Riester-Rente regelmäßig im Auge behalten.

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