Sorgerecht: Ledige Väter sollen mehr Rechte bekommen

Die Bundesjustizministerin plant eine Reform des Sorgerechts, bei dem die ledigen Väter mehr Rechte bekommen sollen. Dies soll auch dazu dienen, dass die Väter mehr Verantwortung gegenüber ihren Kindern wahrnehmen können.

Sorgerecht: Ledige Väter sollen mehr Rechte bekommen

Sorgerecht: Ledige Väter sollen mehr Rechte bekommen

Der Gesetzentwurf zum Sorgerecht, der heute von der Bundesregierung beschlossen wird, soll die Rechte der ledigen Väter ausbauen. Sie können leichter als bisher ein gemeinsames Sorgerecht für ihr Kind beantragen. Die bisherige Regelung, dass ein gemeinsames Sorgerecht nur mit Zustimmung der Mutter möglich ist, soll abgeschafft werden. Auch das Bundesverfassungsgericht hatte eine entsprechen offenere Regelung des Sorgerechts angemahnt.

Nach der Geburt eines ledigen Kindes soll zunächst das alleinige Sorgerecht an die Mutter fallen. Möchte der Vater aber mit der Mutter ein gemeinsames Sorgerecht ausüben, dann soll zunächst versucht werden, hier eine Einigung zwischen Mutter und Vater zu erzielen. Ist die Mutter mit dem gemeinsamen Sorgerecht nicht einverstanden, dann kann der Vater zum Jugendamt gehen, das auch zunächst gehalten ist, eine einvernehmliche Lösung zwischen Vater und Mutter zu erreichen. Ist dies nicht möglich, dann klärt das Familiengericht endgültig das Sorgerecht für das Kind. Das Familiengericht hat sich wie bisher in Sorgerechts-Streitigkeiten am Kindeswohl auszurichten. Zunächst besteht die gesetzliche Vermutung, dass ein gemeinsames Sorgerecht dem Kindeswohl nicht widerspricht. Sieht das die Mutter anders, dann hat sie die Gründe hierfür dem Familiengericht vorzutragen.

Der Entwurf für ein neues Sorgerecht bei nichtehelichen Geburten berücksichtigt, dass sich die Formen des Zusammenlebens von Eltern und Kindern in den letzten Jahrzehnten stark verändert haben. Während es früher noch als Schande galt, als lediges Kind geboren zu werden, ist dies inzwischen zur Normalität geworden. In Großstädten ist es sogar oft so, dass mehr Kinder unehelich als ehelich geboren werden. In vielen Fällen leben die Eltern als unverheiratetes Paar in einer gemeinsamen Wohnung, wenn das Kind zur Welt kommt. Für diesen typischen Fall ist das gemeinsame Sorgerecht leichter umsetzbar.

Bildnachweis: © detailblick – Fotolia.com

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