Streik der Flugbegleiter weitet sich aus

Die Flugbegleiter, ihre Gewerkschaften und die verhandelnden Arbeitgeber wollen nicht nachgeben. Eine Ausweitung des Streiks der Flugbegleiter steht an. In den nächsten Tagen oder Wochen könnte der Flugverkehr über Deutschland nachhaltig beeinträchtigt werden.

Streik der Flugbegleiter weitet sich aus

Streik der Flugbegleiter weitet sich aus

Gegenwärtig ist der Stand der Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberseite noch auf einer niedrigen Stufe. Denn die Verhandlungspartner werfen sich gegenseitig Arroganz vor und setzen Nadelstiche (Schwerpunktstreiks und unklare Kommunikationspolitik), um die Gegenseite zu täuschen und die Öffentlichkeit im Unklaren über den weiteren Ablauf zu lassen.

Obwohl jeder Streik zunächst ganz individuell erscheint, gibt es doch immer wider dieselben Muster, wenn man die Abläufe nach einer gewissen Frist betrachten kann. Zunächst werden Forderungen auf Arbeitnehmerseite entwickelt und vereinheitlich und es waren langwierige und schwierige Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite geführt, die aber oft nicht zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden können. Denn die Arbeitgeberseite hat selten ein Interesse, an einem Verhandlungsabschluss, bei dem sie in ihren Verhaltensweisen eingeschränkt wird. Im konkreten Fall des Flugbegleiter-Streiks geht es den Flugbegleitern darum, das Arbeitsplätz gesichert werden, denn den Arbeitgebern soll es erschwert werden, Auslagerungen vorzunehmen und Leiharbeit auszuweiten.

Ein Fortschritt in den Verhandlungen ist nur möglich, wenn die Arbeitnehmerseite und ihre Gewerkschaften Druck ausüben, was praktisch nur umsetzbar ist, wenn man die Arbeit ganz oder teilweise einstellt. Nun sehen sich die Arbeitgeber gezwungen zu handeln, weitgehende Zugeständnisse werden angekündigt aber nur vage mit Umsetzungswegen verbunden. Gleichzeitig wird viel gejammert, weil ja die Kunden (hier die Fluggäste) unter dem arroganten Handeln der anderen Seite zu leiden hätten.

In dieser Phase kommt es oft nicht mehr zu Verhandlungen, weil die Fronten zunehmend verhärtet sind. Erst eine Ausweitung des Streiks löst so starke Nachdenkprozesse aus, dass beide Seiten wieder ins Gespräch zurückkommen. Manchmal muss auch ein Schlichter ran, der die verhärteten Fronten aufzulösen versucht. Doch bis in diese Phase kann es noch ein weiter Weg beim gegenwärtigen Flugbegleiter-Streik sein. Deshalb muss man in den nächsten Tagen und Wochen noch mit weiterer Eskalation/Flugausfällen und Flugverlagerungen rechnen, bevor über Verhandlungen wieder Arbeitsfriede eingekehrt. Wer in den nächsten und Tagen oder Wochen auf Flugreisemöglichkeiten angewiesen ist, sollte also jetzt mit der intensiven Suche nach Alternativen beginnen. Europas Bahngesellschaften bieten viele Möglichkeiten auch sehr schnell viele Ziele in Europa zu erreichen. Und Geschäftsleute könnten stärker darüber nachdenken, wie sie Vor-Ort-Verhandlungen durch Internet-Kommunikation kompensieren können.

Bildnachweis: © T. Michel – Fotolia.com

Deutschland

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