Unisex-Tarife in der privaten Krankenversicherung wirken preistreibend

Noch in diesem Jahr müssen alle Neuverträge in der privaten Krankenversicherung so gestaltet werden, dass sie keine Geschlechtsunterschiede mehr berücksichtigen. Die Unisex-Tarife in Versicherungen sorgen dafür, dass Männer und Frauen gleichbehandelt werden. Experten gehen davon aus, dass Unisex-Tarife in der privaten Krankenversicherung preistreibend wirken.

Unisex-Tarife in der privaten Krankenversicherung wirken preistreibend
Unisex-Tarife in der privaten Krankenversicherung wirken preistreibend

Männer gelten bisher in der privaten Krankenversicherung als Gruppe mit geringeren Risiken. Deshalb sind dort bisher die Versicherungsverträge für Männer preisgünstiger. Doch eine europäische Regelung gegen Geschlechtsdiskriminierung sorgt dafür, dass ab Ende Dezember auch in Deutschland Unisex-Tarife für die private Krankenversicherung verbindlich werden. Für Neuverträge von Männern müssen diese also mit höheren Tarifen rechnen. Bei Frauen wird es aber wohl kaum eine stärkere Preissenkung geben können, weil die private Krankenversicherung insgesamt unter starkem Kostendruck steht.

Wer als Mann jetzt noch überlegt, in eine private Krankenversicherung zu wechseln, der kann darüber nachdenken, ob er die kurze Frist bis zum Jahresende noch nutzt, um einen Versicherungsvertrag nach dem alten Modell ohne Unisex-Tarif zu bekommen. In Zukunft werden Tarife, die Männer und Frauen unterschiedlich behandeln, weil sie über ein unterschiedliches Risikoprofil verfügen, nicht mehr möglich sein. Unisex-Tarife werden auch abseits der privaten Krankenversicherung in allen Bereichen der Versicherungswirtschaft verpflichtend werden.

Neuverträge ab 2013 werden also in vielen Versicherungsbranchen auf Basis von Unisex-Tarifen gestaltet werden. Für Männer wird es daher oft teurer, wenn sie einen Neuvertrag abschließen, insbesondere wenn es um Gesundheitskosten geht. Männer werden nicht so alt wie Frauen und haben daher eine geringere Chancen als Frauen, Kosten in der Krankenversicherung zu verursachen. Männer werden auch nicht schwanger und Gesundheitskosten im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt werden daher bisher noch nicht in den Tarifen für Männer berücksichtigt. Dies soll anders werden, womit mehr geschlechtsbezogene Diskriminierung in Versicherungstarifen durch die neuen Unisex-Tarife zum Verschwinden gebracht wird.

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