Vorgaben zur Gebäudesanierung sollen erleichtert werden

Bis 2050 sollte eigentlich jedes Haus in Deutschland nach einer umfassenden Gebäudesanierung klimaneutral sein. So zumindest die ursprüngliche Konzeption der Bundesregierung, die damit Gebäudesanierung zum langfristigen politischen Ziel erhoben hatte. Gebäudesanierung hätte auch den Vorteil, dass wirtschaftliches Wachstum und ökologische Orientierung gut miteinander verbunden wären. Doch nun meldet die taz, dass es der Immobilienwirtschaft gelungen sei, die weitreichenden Vorgaben bei der Gebäudesanierung zu reduzieren.

Wichtig im Zusammenhang mit Gebäudesanierung ist die staatliche Förderung, z.B. über die KfW. Auf finanz-blog.de wurde berichtet, dass diese im letzten Jahr einen Rekordstand erreicht habe, aber gegenwärtig etwas stockt. Durch neue Perspektiven bei der Gebäudesanierung könnte diese Zurückhaltung überwunden werden.

Die ursprüngliche Planung bei der zukünftigen Gebäudesanierung war darauf ausgerichtet, dass mittels Gebäudesanierung bis 2050 jedes Haus in Deutschland zu einem Nullemissionshaus werden sollte. Dieser Anspruch soll nun nur noch für Neubauten gelten. Für den Altbestand soll gelten, dass dieser beachtliche 80 % weniger Wärme verbraucht als bisher. Auch damit wären dann umfangreiche Maßnahmen der Gebäudesanierung notwendig, aber nicht so hohe wie bisher gedacht.

Diese Veränderungen gegenüber den bisherigen Konzepten von Gebäudesanierung gehen auf Initiativen der Immobilienwirtschaft zurück, die es wirtschaftlich nicht für machbar gehalten hat, dass man bis 2050 alle Altgebäude auf ein Nullemissionshaus bringen könnte. Auch die ursprünglich geplanten Strafgebühren für Hausbesitzer, die die notwendigen Gebäudesanierungs-Maßnahmen nicht umfassend genug umsetzen, sollen entfallen. Für viele Häuser aus den 1950er bis 1070er Jahren hätten die scharfen Anforderungen an Gebäudesanierung bedeutet, dass man sie hätte abreißen müssen, wurde aus der Immobilienwirtschaft argumentiert. Kritiker dieser Lobbypolitik schätzen dies aber anders ein. Ein zukunftsorientiertes Konzept von Gebäudesanierung müsste auch die Einsparpotentiale berücksichtigen, die durch eine rechtzeitige Gebäudesanierung möglich werden. Es sei davon auszugehen, dass die Energiekosten in den nächsten Jahren noch stark ansteigen werden, deshalb wäre es wirtschaftlich sinnvoll, möglichst schnell mit möglichst intensiven Gebäudesanierungsmaßnahmen zu beginnen, damit hier sich die Vorteile auch schneller entfalten können.

Klar ist in jedem Fall, dass auch reduzierte Ziele bei der Gebäudesanierung nur durch umfangreiche und ausgeweitete staatliche Fördermaßnahmen nach vorne gebracht werden können. Da die Bundesregierung hier auch die Mittel aus der Abschöpfung von Gewinnen aus verlängerten Laufzeiten für Atomkraftwerke einbeziehen will, wird die Frage der Gebäudesanierung weiter politisiert werden und in den nächsten Wochen verstärkt Beachtung finden.

Deutschland

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