Zehn Jahre Hartz-Konzept: Gemischte Bilanz

Das Hartz-Konzept, die umfassende Agenda der deutschen Arbeitsmarktpolitik, feiern sein zehnjähriges Jubiläum. Offiziell gelten die Arbeitsmarktreformen nach dem Hartz-Konzept als großer Erfolg, Kritiker können aber keine positiven Wirkungen nach den Hartz-Reformen feststellen.

Zehn Jahre Hartz-Konzept: Gemischte Bilanz

Zehn Jahre Hartz-Konzept: Gemischte Bilanz

Das Hartz-Konzept zur Arbeitsmarktpolitik darf nicht mit den Hartz-Reformen der Arbeitsmarktverwaltung verwechselt werden. Für das Hartz-Konzept war der bekannte VW-Manager Peter Hartz verantwortlich. Dieser sollte im Interesse des damaligen Bundeskanzlers Schröder Konzepte für eine deutsche Arbeitsmarktreform liefern. Umgesetzt aber wurden diese Konzepte von Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat, wobei sich erhebliche Verschiebungen in den Zielsetzungen ergaben. Während das ursprüngliche Hartz-Konzept darauf abzielte, die Anzahl der Arbeitsangebote in Deutschland zu steigern und die Weiterbildung von Arbeitssuchenden zu verbessern, war die Umsetzung in den Hartz-Gesetzen eher durch umfassende Sanktionen gegen Arbeitssuchende und Kürzungen beim Arbeitslosengeld gekennzeichnet.

Nun wird von vielen Seiten eine umfassende Bewertung des Erfolgs des Hartz-Konzepts vorgenommen, die durchaus gemischt ausfällt. Immer wieder wird betont, dass es in den vergangenen 10 Jahren zu einer starken Ausweitung der Beschäftigung gekommen sei. Das ist zwar zutreffend, doch es ist nicht zu übersehen, dass diese Beschäftigung sehr häufig in gering bezahlter oder prekären (keine ausreichende soziale Absicherung) Beschäftigungen liegt. Gleichzeitig stieg die Verunsicherung bei vielen Arbeitnehmern, weil sie nach den Hartz-Reformen befürchten müssen, dass sie schon nach einem Jahr Arbeitslosigkeit in den stark eingeschränkten Hartz-IV-Arbeitslosengeld-II-Bezug zurückfallen werden.

Sehr wenig hört man auch über die Veränderungen bei der Weiterbildungspolitik für Arbeitssuchende, die ein sehr starkes Thema im Hartz-Konzept waren. Doch statt einer Qualitätsoffensive für die Weiterbildung ist es zu einem bürokratischen Verfahren der Verteilung von Fortbildungsplätzen gekommen, die eher der Weiterbildung in Deutschland geschadet hat. Denn gute Bildungsangebote und Bildungsanbieter wurden aus dem Markt gedrängt und die Rahmenbedingungen für die Beschäftigten der Weiterbildungsbranche wurden deutlich verschlechtert.

Bildnachweis: © Sabimm – Fotolia.com

Deutschland

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