Altersvorsorge: Viele machen sich Sorge um ihre Rente

Altersvorsorge, das ist schon lange mehr als die Rente, denn es ist den meisten Arbeitnehmern klar, dass die staatliche Rente oft nicht ausreicht, um eine angemessene Altersvorsorge zu sichern. Offensichtlich hat die gegenwärtige Diskussion um die Geldwertstabilität und den Erhalt des Euros verstärkt dafür gesorgt, dass die Sorgen um die Rente im Alter zunehmen. Dies ergibt sich aus der jüngsten Postbank-Studie „Altersvorsorge in Deutschland 2011 2012“.

Postbank-Studien zur Altersvorsorge in Deutschland werden regelmäßig vom Geldinstitut in Auftrag gegeben und sollen die Bank dabei unterstützen, Kunden für ihre Anlageprodukte zu gewinnen. Für die aktuelle repräsentative Untersuchung wurden vom Allensbacher-Meinungsumfrage-Institut 1771 in Deutschland lebende Bürger ab 16 Jahren befragt.

Auffällig erscheint in der Postbank-Studie die Meinung der über 50jährigen, dass sie sich ihre Altersvorsorge nicht mehr leisten können. Dies glaubt jeder Fünfte, womit ein sehr hoher Pessimismus gegenüber früheren Befragungen deutlich wird. Ein Grund könnte natürlich in der Sorge um der Erhöhung des unflexiblen Renteneintrittsalters mit 67 Jahren gesehen werden. Denn das bedeutet bei faktisch gleichbleibenden Renteneintrittsalter eine Rentenminderung.

Die IG-Metall hatte bereits vor einiger Zeit mit einem informativen Video auf diesen Zusammenhang hingewiesen:

Angesichts dieser Ängste wären höhere Ausgaben für die private Altersvorsorge die logische Konsequenz, doch die Postbank-Studie zeigt auf, dass gegenüber Ausgaben für private Vorsorgemaßnahmen im Alter die Zurückhaltung steigt. Bei den sehr jungen Beschäftigten (unter 30 Jahre) liegt oft überhaupt keine Planung der privaten Altersvorsoge vor. Und die, die etwas planen, setzen gegenwärtig verstärkt auf Sachwerte: So wollen ein Drittel in den Bau oder Kauf von eigengenutzten Immobilien investieren. Kauf von Gold als Planung liegt vor der geldbezogenen und staatlich geförderten Riester-Rente.

Man kann wohl davon ausgehen, dass sich in der gegenwärtigen Stimmungslage Sorgen um den Euro und Angst vor Geldentwertung miteinander verbinden und Skepsis gegenüber Anlageformen in Geldwerte deutlich wird. Ob das auch in der Praxis in diesem Umfang greift, wird sich zeigen müssen. Denn Anlagen in Gold oder Immobilien sind mit erheblichen Risiken verbunden, wenn man langfristige Trends im internationalen Bereich ins Auge fasst.

Die Postbank-Studie zeigt also die Angst vor Inflation auf, die gegenwärtig bei vielen Deutschen zu spüren ist. Da kann es auch nicht verwundern, wenn Immobilien und die betriebliche Altersvorsorge an Akzeptanz gewinnen. Offensichtlich trauen die Deutschen auf Sachwerte und auf die Wirtschaftkraft der deutschen Betriebe.

Finanzen

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