Arbeitszimmer kann steuerlich geltend gemacht werden

Lange Zeit war es umstritten: Das Arbeitszimmer in der eigenen Wohnung. Die Politik und die Finanzämter haben mehrere Anläufe unternommen, die steuerliche Absetzbarkeit des Arbeitszimmers zu beschränken oder ganz zu unterbinden. Dabei wurde aber übersehen, dass viele Arbeitnehmer ein häusliches Arbeitszimmer in der eigenen Wohnung brauchen. Nun hat die Zeitschrift test umfassend deutlich gemacht, wie ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich geltend zu machen ist.

Denn die Absetzbarkeit des Arbeitszimmers in der häuslichen Wohnung hat Eingang gefunden ins Jahressteuergesetz 2010 und ist somit ab sofort für die Steuererklärung 2010 anwendbar. Nach wie vor gilt, dass nur dann alle Kosten des Arbeitszimmers steuerlich geltend gemacht werden können, wenn das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit ausmacht. Das dürfte nicht für viele Berufstätige gelten, denn die müssen wie Lehrer oder Journalisten für viele Stunden das häusliche Arbeitszimmer verlassen.

Für diese Berufsgruppen ist eine Deckelung der Kosten für das häusliche Arbeitszimmer auf 1 250 Euro für ein Jahr vorgesehen. Wichtig ist hier, dass es für die Bürotätigkeiten im Arbeitszimmer keinen anderen Arbeitsplatz im betrieblichen Umfeld gibt, wo der entsprechende Job auch getan werden könnte. Typischer Fall ist hier der Lehrer, der zwar in der Schule ein Lehrerzimmer hat, dieses aber wohl kaum als Büro nutzen kann. Wenn er für seinen Job ein häusliches Arbeitszimmer benötigt, dann kann er die jährlichen Kosten bis 1 250 Euro dem Finanzamt gegenüber geltend machen. Er kann auch prüfen, ob für die Vorjahre diese Kosten steuerlich berücksichtigt wurden: Wenn er damals seine Einkommenssteuer-Erklärung eingereicht und dort die Kosten plausibel gemacht hat. Denn die nun gültige Regelung wird auch rückwirkend bis 2007 angewandt, wie schon früher auf blog.betriebsrat.de berichtet wurde.

Was gegenüber den früheren Möglichkeiten zum häuslichen Arbeitszimmer geändert wurde, ist die Regelung, dass dann eine steuerliche Geltendmachung möglich war, wenn man mehr als 50 % der Arbeitszeit im häuslichen Arbeitszimmer sich aufgehalten hat. Wenn man in der Firma einen Büro-Arbeitsplatz hat, den man entsprechend nutzen kann, dann ist es nicht mehr möglich, das häusliche Arbeitszimmer geltend zu machen.

Nach wie vor gilt, dass das häusliche Arbeitszimmer als solches auch erkennbar sein muss. Hier passt weder eine aufwendige Hi-Fi-Anlage noch ein Kleiderschrank hinein. Das häusliche Arbeitszimmer sollte über 90 Prozent nur für Arbeitszimmer-Zwecke verwendet werden.

Eine Antwort auf „Arbeitszimmer kann steuerlich geltend gemacht werden“

  1. als ständiger Finanzberater, ohne ein Anschluss an ein Versicherungs Büro, kann ich das Arbeitszimmer bei mir im Haus ebenfalls vollständig absetzen. es ist natürlich auch bei vielen anderen steuerlichen Fragen immer eine Sache der Definition und der Nutzung.

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