Datenkontrolle: Noten zur Bonität und Kreditwürdigkeit können geprüft werden

Auskunfteien können eine erhebliche Auswirkung auf die Kreditwürdigkeit und die Bonität eines Verbrauchers haben, weil die Auskunfteien bei Rückfragen von Kreditgebern entsprechende Informationen und Bewertungen übermitteln. Arbeitet die Auskunftei mit fehlerhaften oder veralteten Daten – worüber häufig berichtet wird -, dann werden gewünschte Kaufverträge verzögert oder wichtige Verträge (wie Mobilfunkdienste) nicht mehr abschließbar. Deshalb sollte ein interessierter Verbraucher die Möglichkeit nutzen, solche Noten zur Bonität und Kreditwürdigkeit von den Auskunfteien sich mitteilen zu lassen.

Als Problem für Verbraucher kommt noch hinzu, dass die Auskunfteien nicht nur überprüfbare Daten und Fakten sammeln, sondern auch Einschätzungen und Bewertungen aus diesen Daten bilden bzw. aus Umfeld-Informationen (Wohnumfeld) auf die Bonität oder die Kreditwürdigkeit schließen. Am Bekanntesten ist hier der Schufa-Score, der die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls aus einer Vielzahl von Daten zu bestimmen versucht.

Bonitätsnote und Risikofaktor sind neben dem Schufa-Score weitere Begriffe, die in diesen Zusammenhängen wichtig werden können. So werden Mahnverfahren gespeichert und bei Bedarf als Information genutzt, was sicherlich verständlich ist, wenn dieses Mahnverfahren gerade läuft oder erst eine geringe Zeit zurückliegt. Beträgt aber der Zeitraum seit dem Mahnverfahren mehr als drei Jahre und ist der betroffene Verbraucher inzwischen ohne ein weiteres Verfahren geblieben, dann wäre es sicherlich angemessen, dass diese Alt-Informationen gesperrt oder gelöscht und nicht mehr zur Basis von gegenwärtigen Entscheidungen genutzt werden. Ob diese Altdaten tatsächlich aber nicht mehr verwendet werden, kann man nur durch ein Auskunftsverlangen zur eigenen Datenkontrolle bei den Auskunfteien einfordern.

Vordrucke für Auskunftsersuchen im Sinne der eigenen Datenkontrolle liefert der Bundesbeauftrage für Datenschutz und Informationsfreiheit auf seiner Website. Der Datenschutz-Beauftragte weist darauf hin, dass diese Vordrucke oft nur im Zusammenhang mit der Kopie des eigenen Personalausweises erlangt werden können. Für die notwendige Identifizierung brauchen die Auskunfteien aber nur Name, Anschrift, Geburtsdatum und Gültigkeitsdauer des Personalausweises. Alle anderen Daten auf der Kopie (unter anderem die Personalausweisnummer, das Lichtbild, persönliche Merkmale und Staatsangehörigkeit) können geschwärzt werden. Kommt es innerhalb einer angemessenen Frist nicht zur Auskunftserteilung über die eigenen Daten, dann kann man sich auch nach Setzen einer angemessenen Nachfrist an den Datenschutzbeauftragten wenden.

Die einfachste Möglichkeit keine schlechte Bonität zugeordnet zu bekommen, ist das rechtzeitige Bezahlen offener Rechnungen oder sonstiger Vertragsverpflichtungen. Ebenfalls sollte man es vermeiden, zu schnell hintereinander zu viele Verträge mit Kreditaspekten abzuschließen, weil dieses Verhalten als Steigerung des Risikofaktors eingeschätzt werden kann.

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